Fünf Tage und 100 Vorträge später: METAV-Aussteller können auch im Web-Format begeistern

Die METAV Web-Ses­sions haben ihre Feuer­taufe mit Bravour bestanden. Nicht nur inhaltlich wurde unter dem Mot­to „let’s talk about inno­va­tion“ eine Menge Inter­es­santes zu vielfälti­gen The­men und Trends in der Pro­duk­tion geboten, auch tech­nisch lief dieses erste virtuelle Großereig­nis in der Met­all­bear­beitung weit­ge­hend rei­bungs­los ab.

Stephanie Simon, Projektreferentin VDW
Stephanie Simon, Pro­jek­tre­f­er­entin VDW

Über 80 Aussteller der METAV 2020 reloaded haben sich in der ver­gan­genen Woche ihren Kun­den in jew­eils 30-minüti­gen Web-Ses­sions, teils in Englisch präsen­tiert. Die Vorträge informierten über alles, was wichtig ist in der Pro­duk­tion, von der Maschi­nen­hard­ware über die Soft­ware, von den Kom­po­nen­ten bis zu den Dien­stleis­tun­gen.

Dass dies gut angekom­men ist, zeigte sich am Ende der Woche. Jed­er der knapp 1.600 Besuch­er aus über 60 Län­dern hat im Schnitt etwas über drei Ses­sions besucht. Ins­ge­samt wur­den etwa 5.000 Ses­sions gebucht. „Das Feed­back aller Beteiligten war außeror­dentlich pos­i­tiv und zeigt, dass unsere Aussteller ihre Kun­den auch im Web-For­mat begeis­tern kön­nen“, freut sich Stephanie Simon, Pro­jek­tre­f­er­entin Messen beim Ver­anstal­ter VDW und Organ­isatorin der METAV Web-Ses­sions.

Alma Zich­n­er beispiel­sweise, beim Soft­wa­reen­twick­ler PSI in Berlin für Mar­ket­ing ver­ant­wortlich, sagt: „Die METAV Web-Ses­sions waren durch ihre schnelle Pla­nung und Umset­zung eine gute Möglichkeit, mit unseren Kun­den in Kon­takt zu treten. In der Vor­bere­itung unser­er Ref­er­enten auf diese dig­i­tale Vor­trags­form haben wir uns super unter­stützt gefühlt. Die Länge der Vorträge macht das For­mat span­nend und kom­pakt.“

Und Philipp Dahlhaus, Leit­er Pro­duk­t­man­age­ment bei der Paul Horn GmbH in Tübin­gen, ergänzt: „Die METAV Web-Ses­sion ist in diesen außergewöhn­lichen Zeit­en eine sehr gute Möglichkeit, unseren Kun­den und Inter­essen­ten aktuelle The­men näherzubrin­gen. Auch der rei­bungslose Ablauf hat uns überzeugt.“

Vor­ange­gan­gen war eine inten­sive Kam­pagne, um die Ver­anstal­tung weltweit bekan­nt zu machen. Auf­grund der kurzen Vor­bere­itungszeit wurde sie haupt­säch­lich über Online-Kanäle ver­bre­it­et. Dabei haben die teil­nehmenden Fir­men kräftig unter­stützt, in dem sie ihre Kun­den eben­falls inten­siv informiert und ein­ge­laden haben. „Das hat sich wirk­lich gelohnt“, resümiert Simon. Reg­istri­ert hat­ten sich Kun­den aus A wie Argen­tinien bis W wie Weißrus­s­land. Spitzen­re­it­er waren nach Deutsch­land die Besucher­grup­pen aus Indi­en, der Schweiz, Öster­re­ich, Spanien und den Nieder­lan­den. Dabei waren manche Fir­men in Klassen­stärke vertreten. Auch Vertreter illus­tr­er Namen waren dabei wie etwa ABB, BFW aus Indi­en, BMW, Daim­ler, Fes­to, HP, Kami aus Süd­ko­rea bis hin zu Lieb­herr und Linde weltweit.

Durch ihr For­mat, vie­len Anbi­etern ähn­lich wie auf der realen METAV nebeneinan­der eine Plat­tform zu bieten, ist es mit den METAV Web-Ses­sions gelun­gen, einen Span­nungs­bo­gen aufzubauen. Er soll bis zur METAV 2020 reloaded im März des kom­menden Jahres fort­geschrieben wer­den. „In dieser Krisen­phase haben uns die Web-Ses­sions ermöglicht, neben unseren Kun­den auch ein bre­it­eres Pub­likum anzus­prechen. Die METAV Web-Ses­sions schaf­fen nicht nur ein gemein­sames Forum für ver­schiedene Aussteller, son­dern bün­deln auch dig­i­tale Ange­bote unter ein­er Marke”, bestätige Char­lotte Bre­itwieser, Mar­ket­inglei­t­erin bei der Datron AG in Darm­stadt. Chris­t­ian Weil­er, Leit­er Entwick­lung, Indus­trie-Part­ner GmbH Rade­beul-Coswig, sagt abschließend: „Auch wenn das dig­i­tale For­mat zunächst unge­wohnt ist, sind wir froh über diese Möglichkeit und wür­den wieder daran teil­nehmen.”

Weit­ere Web-Ses­sions geplant

Die Gele­gen­heit dazu wird sich bald ergeben. „In regelmäßi­gen Abstän­den wird der VDW bis zur METAV 2020 reloaded aktuelle Mes­sethe­men in ein­tägi­gen Ses­sions ver­tiefen“, kündigt VDW-Geschäfts­führer Dr. Wil­fried Schäfer an.  In Kürze werde das Konzept dazu veröf­fentlicht und zeit­nah die Ein­ladun­gen ver­schickt.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: Stephanie Simon, Pro­jek­tre­f­er­entin Messen im VDW, Tel. +49 69 756081–53, s.simon@vdw.de.


Lage der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie sehr angespannt

Im ersten Quar­tal 2020 sank der Auf­trag­sein­gang der deutschen Werkzeug­maschi­nenin­dus­trie im Ver­gle­ich zum Vor­jahreszeitraum um 25 Prozent. Dabei gin­gen die Bestel­lun­gen aus dem Inland um 22 Prozent zurück. Die Aus­land­sor­ders ver­loren 27 Prozent.

War die Werkzeug­maschi­nen­nach­frage im ver­gan­genen Jahr auf­grund ver­schieden­er Frik­tio­nen in der Weltwirtschaft bere­its stark rück­läu­fig, ist sie zu Beginn des laufend­en Jahres weit­er gefall­en“, kom­men­tiert Dr. Wil­fried Schäfer, Geschäfts­führer des VDW (Vere­in Deutsch­er Werkzeug­maschi­nen­fab­riken), Frank­furt am Main, das Ergeb­nis. Und dabei sei der Coro­na-Effekt in den Büch­ern noch gar nicht richtig spür­bar. Er werde erst in den kom­menden Monat­en durch­schla­gen, so Schäfer.

Der Auf­tragsrück­gang fällt in der Zerspanung­stech­nik, die einen bre­it­en Kun­denkreis bedi­ent, mehr als dop­pelt so hoch aus wie in der pro­jek­t­getriebe­nen Umformtech­nik. Einen kleinen Licht­blick bietet das Inlands­geschäft am aktuellen Rand. Es ist über­raschend stark um 4 Prozent gestiegen. Dies ist vornehm­lich auf Bestel­lun­gen von Bear­beitungszen­tren und Pressen zurück­zuführen.

Region­al betra­chtet sind nur die Bestel­lun­gen aus Ameri­ka, speziell aus Mexiko, im ersten Quar­tal auf­grund von Auto­mo­bil­pro­jek­ten im Plus. Unter den Top-15 Märk­ten haben die Bestel­lun­gen aus sechs Län­dern zugelegt. Das sind die USA, Mexiko, Rus­s­land, Japan, Kana­da und die Nieder­lande. „Rus­s­land war einst der drittgrößte Markt für unsere Branche. Durch die Wirtschaftssank­tio­nen waren die Geschäfte stark rück­läu­fig. Umso erfreulich­er, dass Rus­s­land jet­zt in der Krise einen pos­i­tiv­en Beitrag leis­ten kann“, berichtet Schäfer.

Der Umsatz ist im ersten Quar­tal eben­falls um 18 Prozent gefall­en. „Das entspricht genau unser­er Prog­nose vom Feb­ru­ar dieses Jahres“, fährt Schäfer fort. „Die Entwick­lung der Aufträge zeigt jedoch bere­its jet­zt, dass dies nicht reichen wird. Derzeit gehen wir davon aus, dass sich die Lage im zweit­en Hal­b­jahr verbessert, voraus­ge­set­zt die Lock-down-Regelun­gen wer­den weit­er zurück­ge­fahren und die Pro­duk­tion nor­mal­isiert sich. Davon wird abhän­gen, wo die Branche Ende des Jahres ste­hen wird“, sagt er abschließend.


Medizintechnik erfordert langen Atem

Erst Brex­it, Han­del­skriege und der Struk­tur­wan­del in Schlüs­selin­dus­trien, jet­zt die Coro­na-Pan­demie – selb­st für erfol­gsver­wöh­nte Werkzeug­maschi­nen­her­steller bauen sich derzeit bedrohliche Szenar­ien auf. Auf der Suche nach Märk­ten, die nach wie vor Wach­s­tum­srat­en ver­sprechen, gerät die Medi­z­in­tech­nik schnell in den Fokus. Doch ist ein kurzfristiger Ein­stieg über­haupt denkbar? Niklas Kuczaty, Geschäfts­führer der Arbeits­ge­mein­schaft Medi­z­in­tech­nik im VDMA, ist da eher skep­tisch: „Die Medi­z­in­tech­nik ist eine sehr kom­plexe Branche. Wer hier Fuß fassen will, braucht engagiertes, entschlossenes Han­deln und vor allem einen lan­gen Atem, bevor sich Investi­tio­nen auszahlen.“

Gegen­wär­tig erscheint die Medi­z­in­tech­nik als Per­le in der deutschen Indus­trieland­schaft. Hohe Inno­va­tions­freudigkeit und Investi­tions­bere­itschaft gehen ein­her mit der kon­junk­tu­run­ab­hängi­gen und selb­st in Coro­na-Zeit­en zuver­läs­sig steigen­den Nach­frage. Doch wo viel Licht ist, gibt es auch Schat­ten. Kaum eine Branche ist stärk­er regle­men­tiert. Mit der neuen europäis­chen Medi­z­in­pro­duk­teverord­nung (Med­ical Device Reg­u­la­tion, MDR) wurde die Mess­lat­te noch ein­mal höher gelegt. Werkzeug­maschi­nen, die für die Fer­ti­gung von Implan­tat­en und chirur­gis­chen Instru­menten oder etwa für mikro­ge­fräste Prothe­sen­ge­ome­trien einge­set­zt wer­den, müssen ein Höch­st­maß an Präzi­sion und Zuver­läs­sigkeit bieten. Qual­itätssicherung spielt die entschei­dende Rolle. Das The­ma Gesund­heit lässt keine Kom­pro­misse zu. „Wer in die Medi­z­in­tech­nik ein­steigen will, muss wis­sen, worauf er sich ein­lässt“, betont Chris­t­ian Rotsch, Leit­er der Abteilung Medi­z­in­tech­nik beim Fraun­hofer-Insti­tut für Werkzeug­maschi­nen und Umformtech­nik (IWU), Dresden/Chemnitz. Eine Zer­ti­fizierung nach ISO 9001 sieht er als Grund­vo­raus­set­zung an. Das Fraun­hofer IWU selb­st ist nach der ISO 9001 und der Qual­itäts­man­age­ment­norm ISO 13485 für Medi­z­in­pro­duk­te zer­ti­fiziert.

Fer­ti­gungsver­fahren und Mate­ri­alien im Mit­telpunkt

Das Fraun­hofer IWU ist an zahlre­ichen Pro­jek­ten im Bere­ich der Medi­z­in­tech­nik beteiligt, wobei vor allem Fer­ti­gungsver­fahren und Mate­ri­alien, aber auch die Bio­mechanik und die Über­führung von Pro­jek­tergeb­nis­sen in die klin­is­che Behand­lung im Fokus ste­hen. Die inter­diszi­plinäre Zusam­me­nar­beit ist dabei ein Muss. Unter anderem geht es um die Tech­nolo­gien­en­twick­lung für spanende, abtra­gende und umfor­mende Ver­fahren in der Präzi­sions- und Mikro­fer­ti­gung. Daneben wer­den etwa knochenähn­liche Struk­turen erforscht, die sich durch zel­lu­lare Struk­turen zum Beispiel aus Met­allschaum oder mit Hil­fe gen­er­a­tiv­er Fer­ti­gungsver­fahren her­stellen lassen. Durch Mas­sivum­for­mung wird ver­sucht, Mate­ri­aleigen­schaften zu verbessern. Wen­ngle­ich immer häu­figer addi­tive Fer­ti­gungsver­fahren zum Ein­satz kom­men, um etwa indi­vid­u­al­isierte patien­ten­spez­i­fis­che Implan­tate zu real­isieren, so sieht Rotsch den hohen Anteil kon­ven­tioneller Ver­fahren nicht gefährdet. „Ohne Zerspanung und die entsprechen­den Werkzeug­maschi­nen wird es auch zukün­ftig nicht funk­tion­ieren“, betont der Wis­senschaftler.

An den Pro­jek­ten, an denen die Chem­nitzer Wis­senschaftler arbeit­en, sind seit­ens der Werkzeug­maschi­nen­her­steller sowohl mit­tel­ständis­che als auch große Unternehmen beteiligt. Chris­t­ian Rotsch sieht sehr gute Chan­cen für KMU, mit Spezial­lö­sun­gen und Son­der­maschi­nen etwa im Bere­ich der Mikro- und End­bear­beitung erfol­gre­ich zu sein. Gefragt seien zudem kom­plette Prozess­ket­ten, möglichst mit Roboterun­ter­stützung, die Rotsch als ein „lohnen­des Betä­ti­gungs­feld mit großem Nach­frage­poten­zial“ sieht.

Höch­ste Qual­ität prozess­sich­er her­stellen

Das belegt ein Beispiel der Fir­ma Exe­ron aus Obern­dorf am Neckar, Sys­tem­liefer­ant von Sen­kerodi­er- und Hochgeschwindigkeits-Fräs­maschi­nen. In Zusam­me­nar­beit mit Erowa (Büren, Schweiz) und Cer­ta Sys­tems (Nürn­berg) entwick­elte das Unternehmen eine ver­fahrens­gemis­chte Automa­tion­szelle für Aes­cu­lap, Tochterun­ternehmen des B. Braun-Konz­erns und Her­steller von Pro­duk­ten aus dem Bere­ich Chirurgie, Orthopädie und inter­ven­tioneller Gefäßmedi­zin mit Sitz in Tut­tlin­gen. Aes­cu­lap hat das Prob­lem, dass benötigte Bauteil­ge­ome­trien mitunter so klein, fil­igran und ver­winkelt sind, dass sie sich nicht mehr fräsen lassen, son­dern sen­kerodiert wer­den müssen. Durch manuelle Umrüst­prozesse dro­hte zudem immer die Gefahr, dass sich Unge­nauigkeit­en ein­schle­ichen. Exe­rons Fer­ti­gungskom­bi­na­tion Fräsen, Sen­kerodieren, Reini­gen und Messen, der Zuwachs an Präzi­sion und Geschwindigkeit durch das Nullpunk­tspannsys­tem von Erowa sowie die Automa­tisierung im Fer­ti­gungsver­bund durch das Prozessleit­sys­tem von Cer­ta Sys­tems bracht­en die gewün­schte Genauigkeit.

Entschei­dend sei, so Udo Baur, Ver­trieb­sleit­er Deutsch­land und Europa bei Exe­ron, dass man sich auf die beson­deren Bedürfnisse dieser sen­si­blen Branche ein­stelle und auch bere­it sei, ungewöhn­liche Wege zu beschre­it­en oder beson­deren Ser­vice zu bieten. Dazu gehört die Unter­stützung bei der Pro­duk­t­freiga­be. So wurde die Automa­tion­szelle zunächst bei Exe­ron in Betrieb genom­men und erst nach erfol­gter Pro­duk­t­freiga­be an Aes­cu­lap übergeben. „Wir ken­nen unsere Kun­den und ihre hohen Anforderun­gen“, sagt Baur, „aber wir brin­gen auch das Know-how und die Maschi­nen mit, um diese Anforderun­gen zu erfüllen.“

Spezielle Anforderun­gen erfordern eigene Herange­hensweise

Von den sehr speziellen Anforderun­gen an Werk­stoffe, Bear­beitungskonzepte und Werkzeuglö­sun­gen berichtet auch Chris­t­ian Thiele, Press­esprech­er der Hart­met­all-Werkzeug­fab­rik Paul Horn. „Die Erfahrun­gen aus anderen Branchen kön­nen nur begren­zt über­nom­men wer­den“, sagt er. Horn sei in eini­gen The­men­feldern mit speziellen und einzi­gar­ti­gen Werkzeuglö­sun­gen unter­wegs, zum Beispiel beim Wirbeln von Knochen­schrauben. Der Präzi­sion­swerkzeugher­steller kon­nte durch Innenküh­lung des Wirbel­w­erkzeuges die Standzeit­en deut­lich erhöhen und gle­ichzeit­ig die Gefahr eines Spänes­taus ver­hin­dern. In der Medi­z­in­tech­nik dient das Wirbeln der Her­stel­lung von genauen und form­sta­bilen Knochen­schrauben aus Titan und ros­t­freien Stählen. Spezielle Lösun­gen bietet Horn darüber hin­aus für die Bear­beitung von chirur­gis­chen Instru­menten mit beson­ders geschlif­f­e­nen Fräswerkzeu­gen oder mit speziellen Fräsern mit hoher Frästiefe und sehr schmaler Schnei­d­bre­ite für chirur­gis­che Zan­gen. Das Unternehmen forsche zudem im Bere­ich der Schnei­d­stoff-Beschich­tungslö­sun­gen für Werk­stoffe in der Medi­z­in­tech­nik und in Verbindung mit den Schnit­tbe­din­gun­gen bei Medi­z­in­pro­duk­ten. Auch Chris­t­ian Thiele hebt dabei das hohe Niveau des Qual­itäts­man­age­ments her­vor, ohne dass es bei der Her­stel­lung anspruchsvoller Medi­z­in­pro­duk­te nicht geht.

Aufwand für Medi­z­in­pro­duk­te steigt weit­er

IWU-Experte Chris­t­ian Rotsch befürchtet, dass der Aufwand für neue Pro­duk­te im Bere­ich der Medi­z­in­tech­nik kün­ftig noch extrem steigen werde. Bere­its jet­zt sei zu spüren, dass die Anforderun­gen durch die Med­ical Device Reg­u­la­tion die Her­steller von Medi­z­in­pro­duk­ten zunehmend „stressen“ und sie dies auch an Maschi­nen­her­steller und Zulief­er­er weit­ergeben. Den­noch ist Rotsch überzeugt, dass sich der Ein­stieg in die Medi­z­in­tech­nik für Werkzeug­maschi­nen­her­steller und Zulief­er­er weit­er­hin lohnt. Neue Impulse sieht er durch addi­tive Ver­fahren, sofern die Nach­bear­beitung automa­tisiert wer­den kann, durch die Inte­gra­tion neuer Funk­tio­nen sowie den Trend von Massen- zu Indi­vid­u­al­pro­duk­ten. Wichtig­ster Erfol­gs­fak­tor für die Unternehmen bleibe jedoch stets die Frage: Wie kön­nen wir die reg­u­la­torischen Aspek­te und die Qual­itätssicherung gestal­ten?

Die Fir­ma Paul Horn ist bere­its seit vie­len Jahren in der Medi­z­in­tech­nik engagiert, der Anteil am Gesam­tum­satz dürfte auch in Zukun­ft steigen. Waren Auto­mo­tive und Medi­z­in­tech­nik schon bish­er die stärk­sten Säulen des Unternehmens, so zeigt sich gegen­wär­tig die Medi­z­in­tech­nik als sta­bile Branche im Bere­ich der Met­all­bear­beitung. Durch Coro­na entste­hen zum Teil kurzfristige und sehr eilige Anfra­gen, wie das aktuelle Beispiel eines Kun­den zeigt, der sich mit Zerspanung­sprob­le­men bei der Her­stel­lung von Bauteilen für eine Herz-Lun­gen­mas­chine an Paul Horn wandte. Um hier schnell und zuver­läs­sig han­deln zu kön­nen, bleibt der Betrieb bei Paul Horn in allen Bere­ichen aufrecht erhal­ten. Doch dürfe man nicht vergessen, sagt Thiele, dass die Nach­frage nach Werkzeu­gen, die etwa bei der Her­stel­lung von Implan­tat­en und Hüft­ge­lenken gebraucht wer­den und von denen im Moment nur ein­fach weniger die Rede ist, keineswegs nach­lasse.

Von den Wach­s­tumsper­spek­tiv­en der Medi­z­in­tech­nik ist auch VDMA-Experte Niklas Kuczaty überzeugt, auch wenn nicht damit zu rech­nen sei, dass sie jemals das Vol­u­men der Auto­mo­bil­branche erre­icht. Dafür ist sie deut­lich weniger kon­junk­turab­hängig. In jedem Fall müssten Unternehmen, die sich für den Ein­stieg entschei­den, davon aus­ge­hen, dass sie min­destens zwei bis drei Jahre investieren müssen, bevor sich ein Erfolg ein­stellt. Der lange Atem zahle sich aber aus, so Kuczaty, wenn nicht gle­ich, dann vielle­icht rechtzeit­ig vor der näch­sten Krise.

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Autorin: Cor­nelia Gewiehs, freie Jour­nal­istin, Roten­burg (Wümme)


Das sagen die Aussteller zu den METAV Web-Sessions

Nadine Cömert, Solid­line: „Jet­zt ist die Zeit zum Auf­tanken und zur Startvor­bere­itung. Nutzen Sie die METAV Web-Ses­sions, um Inspi­ra­tio­nen für Ihr Unternehmen und Ihre Prozesse zu find­en. Bei Google find­en Sie, wonach Sie suchen, bei den Web-Ses­sions jedoch Lösun­gen, die Sie vielle­icht noch gar nicht kan­nten.“

Andreas Lind­ner, Bimatec-Soraluce: „Heutzu­tage verän­dern sich die Auf­gaben pro­duzieren­der Betriebe schneller denn je. Braucht man deshalb enorm viel Erfahrung, um präzise und effizient zu arbeit­en? Was kön­nen Sie tun, wenn Sie einen erfahre­nen Maschi­nenbe­di­ener ver­ab­schieden müssen und ein neues Pro­jekt begin­nen wollen? Diese Fra­gen möchte ich Ihnen gerne beant­worten. Ich freue mich auf das dig­i­tale Ken­nen­ler­nen zahlre­ich­er Zuhör­er und bin ges­pan­nt auf Ihre Rück­fra­gen.“

Nicole Rüf­fer, Isra Vision: „Auch ohne physis­che Präsenz auf der METAV sind unsere Fortschritte in der Pro­duk­ten­twick­lung für das METAV-Pub­likum wichtig, um deren Wet­tbe­werb­s­fähigkeit zu sich­ern; vielle­icht sog­ar wichtiger als son­st. Die METAV Web-Ses­sions sind daher in der gegen­wär­ti­gen Sit­u­a­tion die beste Möglichkeit für das bre­it­ere Pub­likum, sich über unsere Inno­va­tio­nen zu informieren.“

Stef­fen Kirchen­bauer, Zelt­wanger: „Wir freuen uns auf das Erleb­nis, die X‑Cell WB auf diesem Wege vorzustellen und nach der lan­gen Zwangspause wieder direkt mit unseren Kun­den, Geschäftspart­nern und Inter­essen­ten in Kon­takt treten zu kön­nen.“


let’s talk about innovation

Vom 15. bis 19. Juni 2020 lädt METAV-Ver­anstal­ter VDW (Vere­in Deutsch­er Werkzeug­maschi­nen­fab­riken), Frank­furt am Main, zu den METAV Web-Ses­sions unter dem Mot­to „let’s talk about inno­va­tion“ ein. „Nach­dem die METAV 2020 auf­grund der Coro­na-Pan­demie um ein Jahr ver­schoben wer­den musste, wollen wir Besuch­ern und Ausstellern mit den METAV Web-Ses­sions einen Aus­gle­ich bieten“, sagt VDW-Geschäfts­führer Dr. Wil­fried Schäfer. Frühzeit­ig vor der METAV reloaded im März des kom­menden Jahres bieten die METAV Web-Ses­sions eine Plat­tform für Anwen­der aus der Met­all­bear­beitung, sich über Inno­va­tio­nen in der Pro­duk­tion­stech­nik auf dem Laufend­en zu hal­ten.

Metav Web-Sessions: 15. bis 19. Juni 2020.
Metav Web-Ses­sions: 15. bis 19. Juni 2020.

 

METAV Web-Ses­sions starten am 15. Juni 2020 – dig­i­tale Plat­tform für die Met­all­bear­beitung informiert über Lösun­gen für die Pro­duk­tion in der Zeit nach Coro­na

Die größte Her­aus­forderung für die Indus­trie beste­ht darin, wie Unternehmen ihre Pro­duk­tion nach dem Lock-down wieder hochfahren, ihren Absatz sta­bil­isieren und schnell liefer­fähig wer­den kön­nen“, beschreibt Schäfer die Sit­u­a­tion. Deshalb hät­ten die METAV-Aussteller in kürzester Zeit die Ein­ladung des VDW angenom­men, denn mit den METAV Web-Ses­sions haben sie die Chance, den Dia­log mit ihren Kun­den wieder aufzunehmen und darzustellen, welchen Beitrag ihre Pro­duk­te für die Neuauf­stel­lung der Pro­duk­tion leis­ten kön­nen. Jas­min Hert­er, Press­esprecherin bei der Gühring KG in Alb­stadt, sagt: „Mit dem Vorstoß des VDW, die METAV Web-Ses­sions ins Leben zu rufen, wer­den Hin­dernisse zu Chan­cen gemacht und neue Wege gegan­gen, die wir bei Gühring weit­er aus­bauen möcht­en. Wir freuen uns darauf, die Möglichkeit­en ein­er virtuellen Messe auszu­loten und diese mitzugestal­ten.“

Fast 90 Fir­men wer­den an fünf Tagen von 09.00 bis 18.00 Uhr Fachvorträge zu den The­men­schw­er­punk­ten Dig­i­tal­isierung, Präzi­sion­swerkzeuge, Werkzeug­maschi­nen und Sys­teme, Soft­ware, Messtech­nik und Qual­itätssicherung, addi­tive Fer­ti­gung, Kom­po­nen­ten und Sys­teme, Medi­z­in­tech­nik und Dien­stleis­tun­gen hal­ten, in Deutsch und teils auch in Englisch. „Damit sind die METAV Web-Ses­sions kom­plett aus­ge­bucht“, freut sich Stephanie Simon, Pro­jek­tre­f­er­entin Messen und Organ­isatorin der Ver­anstal­tung. Wie auf der richti­gen METAV kön­nten Besuch­er zwis­chen den Anbi­etern ver­gle­ichen, selb­stver­ständlich Fra­gen stellen und mit den Pro­duk­tion­sex­perten disku­tieren, erläutert sie weit­er. „Wir freuen uns sehr auf span­nende und inspiri­erende Vorträge, denn die Aussteller kön­nen mit vie­len ver­schiede­nen For­mat­en von der Pow­er­point-Präsen­ta­tion über Bilder, Videos, Sim­u­la­tio­nen und vieles mehr arbeit­en“, sagt Simon. Sie ist überzeugt, dass die Coro­na-Krise dur­chaus auch die Chance berge, Erfahrun­gen mit neuen Web­for­mat­en zu sam­meln, die reale Messen zukün­ftig ergänzen kön­nten.

METAV Web-Ses­sions: gute Ergänzung im Mar­ket­ing-Mix

Das sieht Udo Hipp, Mar­ket­ingleit­er bei der Berthold Hermle AG in Gosheim ähn­lich: „Wir sehen mit den METAV Web-Ses­sions einen guten Weg, mit Inter­essen­ten und Kun­den in Kon­takt zu treten und zu bleiben und sind ges­pan­nt auf die Res­o­nanz und auch auf das Feed­back. Die Web-Ses­sions sind sicher­lich auch zukün­ftig eine gute Ergänzung im Mar­ket­ing-Mix.“

Tat­säch­lich haben dig­i­tale Ver­anstal­tungs­for­mate derzeit Hochkon­junk­tur. „Mit unserem Part­ner Indus­tr­yAre­na und einem motivierten Team ist es uns sehr schnell gelun­gen, eine leis­tungs­fähige Plat­tform für die
METAV Web-Ses­sions zu entwick­eln und die vie­len Vorträge über eine Woche dig­i­tal abzu­bilden“, sagt Schäfer. Bere­its jet­zt sei es schon gelun­gen, die METAV Web-Ses­sions auf der Ange­bots­seite zum dig­i­tal­en Top­ereig­nis der Met­all­bear­beitung zu entwick­eln, was die Anzahl der Aussteller und die Bre­ite des The­men­spek­trums bet­rifft.

Die Web­seite www.metav-websessions.de ist jet­zt online gegan­gen. Inter­essen­ten kön­nen sich dort über das kom­plette Pro­gramm informieren und sich anmelden.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: Stephanie Simon, Pro­jek­tre­f­er­entin Messen im VDW, Tel. +49 69 756081–53, s.simon@vdw.de.


umati wird zur Weltsprache der Produktion

umati: universal machine tool interface.
umati: uni­ver­sal machine tool inter­face.

Kün­ftig wer­den VDMA und VDW die Nutzung und Ver­bre­itung von OPC UA Stan­dards für den gesamten Maschi­nen­bau unter der Marke umati gemein­sam voran­brin­gen.

Die branchen- und tech­nolo­gien­über­greifende Ver­mark­tung bringt unsere Kun­den einen Riesen­schritt voran“, begrün­det Dr. Wil­fried Schäfer, Geschäfts­führer des VDW (Vere­in Deutsch­er Werkzeug­maschi­nen­fab­riken), die Strate­gie auf der gemein­samen Pressekon­ferenz bei­der Ver­bände in Frank­furt am Main.

Pro­duzierende Unternehmen haben nicht nur Werkzeug­maschi­nen, son­dern einen indi­vidu­ellen Mix an unter­schiedlichen Maschi­nen und Anla­gen, Robot­ern und Sys­te­men. Befind­en sich all diese Tech­nolo­gien in einem gemein­samen Ökosys­tem, das Plug-and-Play-Lösun­gen schafft, spart das den Endan­wen­dern viel Zeit und Geld“, so Schäfer weit­er. Hart­mut Rauen, stel­lvertre­tender Haupt­geschäfts­führer des VDMA (Ver­band Deutsch­er Maschi­nen- und Anla­gen­bau), ergänzt: „17 Fachver­bände arbeit­en in mehr als 30 Grup­pierun­gen an ihren tech­nolo­giespez­i­fis­chen Schnittstellen, den so genan­nten Com­pan­ion Spec­i­fi­ca­tions. Diese hohe Beteili­gung bildet die Basis für echte, offene Inter­op­er­abil­ität zwis­chen Maschi­nen und Soft­waresys­te­men, vom Shop-Floor bis in die Cloud. Nur der VDMA hat die Pow­er, die dazu notwendi­ge Inte­gra­tionskraft unter­schiedlich­ster Domä­nen der Pro­duk­tion­swel­ten zusam­men­zuführen.“

OPC UA Com­pan­ion Spec­i­fi­ca­tion for Machin­ery erscheint noch 2020

Frühzeit­ig hat sich der Maschi­nen- und Anla­gen­bau auf OPC UA als Stan­dard für den Date­naus­tausch fest­gelegt. Denn OPC UA bietet einen ein­heitlichen Rah­men für die Inter­op­er­abil­ität zwis­chen Maschi­nen und Sys­te­men. Über einen Bot­tom-up-Ansatz wurde deut­lich, dass Grun­dele­mente für einen großen Teil des vielfälti­gen Pro­duk­t­spek­trums im Maschi­nen- und Anla­gen­bau ein­heitlich definiert wer­den müssen. Das ein­fach­ste Beispiel ist die Maschi­neniden­ti­fika­tion, also Merk­male wie etwa Her­steller, Seri­en­num­mer, Bau­jahr und Maschi­nen­typ.

Deshalb arbeit­en ver­schiedene Bere­iche im VDMA, dazu gehören Elek­trische Antrieb­stech­nik, Kun­st­stoff- und Gum­mi­maschi­nen, indus­trielle Bild­ver­ar­beitung, Met­al­lur­gy, Robotik und Werkzeug­maschi­nen, an der Grund­la­gen-Com­pan­ion Spec­i­fi­ca­tion OPC UA for Machin­ery. „Sie wird noch im laufend­en Jahr in der ersten Ver­sion veröf­fentlicht“, kündigt Hart­mut Rauen an, „Dieses Fun­da­ment bringt Geschwindigkeit und Kom­pat­i­bil­ität.“

umati spricht den End­kun­den an

In diesem Prozess vorne mit dabei war auch die Werkzeug­maschi­nenin­dus­trie. Bere­its 2017 wurde eine Ini­tia­tive zur Erar­beitung ein­er stan­dar­d­isierten, offe­nen Schnittstelle vorgestellt. Auch hier entsch­ied man sich rasch für OPC UA als Basis­tech­nolo­gie. Nur zwei Jahre später wurde auf der EMO Han­nover in einem Show­case mit 70 Part­nern aus zehn Län­dern der Beweis ange­treten, dass die Anbindung von 110 Maschi­nen an 28 Soft­ware­di­en­ste, die dezen­tral über das Messegelände verteilt waren, prak­tisch per „plug and play“ funk­tion­iert. Darüber hin­aus hat der VDW mit dem Label umati – uni­ver­sal machine tool inter­face bere­its 2018 die Marke lanciert, mit der Kun­den weltweit ange­sprochen wer­den kön­nen.

Zwis­chen­zeitlich sind im VDMA und seinen Part­neror­gan­i­sa­tio­nen zahlre­iche weit­ere OPC UA Com­pan­ion Spec­i­fi­ca­tions ent­standen. Um diesen mehr Sicht­barkeit zu ver­schaf­fen und sie noch stärk­er in die Anwen­dung zu brin­gen, wird umati als Com­mu­ni­ty für die Nutzung und Ver­mark­tung von OPC UA Com­pan­ion Spec­i­fi­ca­tions nun auf den gesamten Maschi­nen- und Anla­gen­bau aus­geweit­et.

Der neue Name lautet umati – uni­ver­sal machine tech­nol­o­gy inter­face und ste­ht für das Leis­tungsver­sprechen ein­er inter­op­er­a­blen Pro­duk­tion. umati beze­ich­net eine Marke und ein Label für eine Com­mu­ni­ty, die sich für die Ver­bre­itung der OPC UA-Stan­dards im Maschi­nen- und Anla­gen­bau zusam­mengeschlossen hat. Sie bildet einen Rah­men für gemein­sames Mar­ket­ing, Öffentlichkeit­sar­beit, die Demon­stra­tion von Use Cas­es und die Ansprache von End­kun­den. Basis dafür ist die eigentliche OPC UA-Schnittstel­len­stan­dar­d­isierung in vielfälti­gen Zweigen des Maschi­nen- und Anla­gen­baus. „Für den Werkzeug­maschi­nen­bau sprechen wir deshalb kün­ftig von der jew­eils aktuellen Ver­sion der OPC UA Com­pan­ion Spec­i­fi­ca­tion for Machine Tools“, erläutert Wil­fried Schäfer vom VDW.

Die näch­sten Schritte umfassen die weit­ere Opti­mierung der jew­eili­gen Com­pan­ion Spec­i­fi­ca­tions sowie die Ver­bre­itung der jew­eili­gen Stan­dards und den Auf­bau von Show­cas­es auf Messen. Um die All­t­agstauglichkeit der OPC UA Stan­dards in der Pro­duk­tion gegenüber der vielfälti­gen Kun­den­welt zu demon­stri­eren, wird der umati-Show­case prax­is­nah, die branchenüber­greifende Nutzung ver­schieden­er OPC UA Stan­dards demon­stri­eren.

Wir rech­nen schon in der zweit­en Hälfte dieses Jahres mit den ersten konkreten Pro­duk­ten, die den Kun­den Kon­nek­tiv­ität auf Basis der OPC UA Spec­i­fi­ca­tion for Machine Tools zur Ver­fü­gung stellen“, sagt Schäfer. „Umso wichtiger ist es für unsere Part­ner, dass auch die Entwick­lung der umati-Com­mu­ni­ty diesem Fahrplan fol­gt und kräftig für Sicht­barkeit und Wahrnehmung sorgt“, ergänzt er weit­er.

Darum küm­mern sich VDW und VDMA kün­ftig gemein­sam. „Die Fer­ti­gungsleit­er dieser Welt müssen darauf ver­trauen dür­fen, dass die Maschi­nen unter­schiedlich­ster Her­steller die gle­iche Sprache sprechen und sie den Anspruch von umati – Con­nect­ing the World of Machin­ery – umset­zen kön­nen“, resümiert Rauen abschließend.

Ansprech­part­ner für weit­ere Infor­ma­tio­nen

Andreas Faath, VDMA Forum Indus­trie 4.0, Tel. +49 69 6603–1495, andreas.faath@vdma.org
Dr. Alexan­der Broos, VDW Forschung und Tech­nik, Tel. +49 69 756081–17, a.broos@vdw.de


Berufsausbildung trotz Coronakrise – digitale Lernplattform für Azubis aus dem Maschinen- und Anlagenbau stark gefragt

Mit ihrer Lern­plat­tform „MLS – Mobile Learn­ing in Smart Fac­to­ries“ fördert die Nach­wuchss­tiftung Maschi­nen­bau (NWS MB) das dig­i­tale Ler­nen im Rah­men der Aus- und Weit­er­bil­dung. Aus­bil­dungsin­sti­tu­tio­nen und ‑betriebe erhal­ten nun bis zu den Som­mer­fe­rien einen kosten­freien Zugang zu der Online-Plat­tform. Bere­its nach kurz­er Zeit stieß dieses Ange­bot auf eine riesige Res­o­nanz. Die Anzahl der täglichen Nutzer stieg inner­halb ein­er Woche um 600 Prozent.

Nachwuchsstiftung Maschinenbau unterstützt Fortführung der Ausbildung in den Metallberufen
Nach­wuchss­tiftung Maschi­nen­bau unter­stützt Fort­führung der Aus­bil­dung in den Met­all­berufen

Nach­wuchss­tiftung Maschi­nen­bau unter­stützt Fort­führung der Aus­bil­dung in den Met­all­berufen

Viele Unternehmen müssen inner­halb kürzester Zeit ihre Prozesse und Abläufe an die drama­tis­chen Entwick­lun­gen infolge der Coro­n­akrise anpassen. Dazu zählt auch die Beruf­saus­bil­dung. „Wir suchen nach Möglichkeit­en, unseren Auszu­bilden­den trotz dieser sehr her­aus­fordern­den Sit­u­a­tion Aus­bil­dungsin­halte unab­hängig vom Ler­nort Betrieb bere­itzustellen“, erläutert Peter Bauer, Aus­bil­dungsver­ant­wortlich­er bei der Schenck Process Europe GmbH in Darm­stadt. Dieser akute Bedarf hat die Nach­wuchss­tiftung Maschi­nen­bau dazu bewogen, ihre Online-Plat­tform „Mobile Learn­ing in Smart Fac­to­ries“ (MLS) allen Inter­essierten bis zum Beginn der Som­mer­fe­rien kosten­frei zur Ver­fü­gung zu stellen. „Als Nach­wuchss­tiftung Maschi­nen­bau sehen wir uns in der Ver­ant­wor­tung, unsere Unternehmen und ihre Auszu­bilden­den in dieser schwieri­gen Sit­u­a­tion aktiv zu unter­stützen“, erk­lärt NWS-MB-Stan­dortleit­er Andre Wilms.

Dig­i­tales Ler­nen für Indus­trie 4.0

Wesentliche Moti­va­tion für die Entwick­lung der MLS-Plat­tform war es, die Beruf­saus­bil­dung zu vere­in­fachen und zu dig­i­tal­isieren. Mit weni­gen Klicks kön­nen Aus­bilder Auf­gaben erstellen, die indi­vidu­ell auf die Bedarfe ihrer Azu­bis zugeschnit­ten sind. Mit Lernzielkon­trollen – die beispiel­sweise Mul­ti­ple-Choice-Tests, Fach­be­griff­s­abfra­gen und Lück­en­texte umfassen – beste­ht die Möglichkeit, den Lern­fortschritt zu über­prüfen und zu doku­men­tieren. Dies vere­in­facht die Betreu­ung der Auszu­bilden­den und schafft wertvolle zeitliche Ressourcen im Aus­bil­dungsall­t­ag. Auf diese Weise ermöglicht die MLS-Plat­tform, die Kom­mu­nika­tion zwis­chen Lehren­den und Ler­nen­den zeit­gemäß und effizient zu gestal­ten. Sie dient zugle­ich dazu, dass Azu­bis ihre Fähigkeit­en mit Blick auf eigen­ständi­ges und kol­lab­o­ra­tives Arbeit­en aus­bauen kön­nen – Kom­pe­ten­zen, die für Indus­trie 4.0 essen­ziell sind.

Anzahl der Inter­essen­ten in die Höhe geschossen

Auch bish­er war die MLS-Plat­tform schon sehr gefragt. Seit der Mark­te­in­führung 2018 set­zen bere­its mehr als 100 Unternehmen und Beruf­ss­chulen auf MLS, darunter die Deutsche Bahn, Andreas Stihl, Mahle Inter­na­tion­al, Miele und Rolls Royce. Nach­dem die NWS MB Mitte März 2020 die Indus­trie über das Ange­bot zur kosten­freien Nutzung der MLS-Plat­tform informiert hat, löste sie einen wahren Ansturm an Anfra­gen aus. Inner­halb kürzester Zeit stieg die Anzahl der täglichen Nutzer um 600 Prozent. Viele Unternehmen waren auch ger­adezu begeis­tert. Erwin Kra­jew­s­ki, Leit­er der Beruf­saus­bil­dung bei der Voith Group in Hei­den­heim, schrieb beispiel­sweise: „Liebe Kol­legin­nen und Kol­le­gen der Nach­wuchss­tiftung Maschi­nen­bau, das ist eine Superidee von euch. Her­zlichen Dank im Namen mein­er Aus­bil­der­mannschaft. Wir wer­den eure Plat­tform in den kom­menden Wochen aus­giebig nutzen.“

Dieses Ange­bot ste­ht allen Aus­bil­dungsin­sti­tu­tio­nen und ‑betrieben bun­desweit zur Ver­fü­gung. Sie kön­nen die MLS-Plat­tform uneingeschränkt, kosten­frei und ohne automa­tis­che Ver­trags­bindun­gen zunächst bis zum Beginn der Som­mer­fe­rien nutzen. Inter­essen­ten melden sich bitte per E‑Mail unter mls@nws-mb.de oder tele­fonisch unter Tel. +49 7071 795 286 57 bei der Nach­wuchss­tiftung Maschi­nen­bau. Zudem bietet die Nach­wuchss­tiftung Maschi­nen­bau Lehren­den und Ler­nen­den die Möglichkeit, sich in Live-Präsen­ta­tio­nen und Webina­ren unter https://bit.ly/2WOVg5c über den Umgang mit der Online-Plat­tform zu informieren. „Wir hof­fen, dass viele unser Ange­bot nutzen“, erk­lärt Wilms. „Auf diese Weise kön­nen wir nicht nur dazu beitra­gen, dass die Beruf­saus­bil­dung in der aktuellen Krise weit­erge­ht, son­dern auch die Dig­i­tal­isierung in der Aus­bil­dung voran­brin­gen.“

Weit­ere Infor­ma­tio­nen bei Andre Wilms, Nach­wuchss­tiftung Maschi­nen­bau,
Tel. +49 5205 74 2555, E‑Mail: andre.wilms@mws-mb.de

Über die Nach­wuchss­tiftung Maschi­nen­bau

Die Nach­wuchss­tiftung Maschi­nen­bau gGmbH mit Sitz in Frank­furt am Main, Biele­feld und Tübin­gen wurde 2009 gegrün­det (in Träger­schaft des VDMA und VDW). Sie engagiert sich für die Gewin­nung und ‑förderung von jun­gen Men­schen im Maschi­nen- und Anla­gen­bau. Schw­er­punk­te der Stiftungsar­beit sind die Beratung, Weit­er­bil­dung und Qual­i­fizierung von Aus­bildern und Lehrkräften sowie die enge Verzah­nung von Wirtschaft, Schule und Poli­tik. Bish­er arbeit­et sie mit 675 Unternehmen aus dem Maschi­nen- und Anla­gen­bau zusam­men, ver­fügt über ein Net­zw­erk von 382 beru­flichen Schulen und zählt über 7.900 Teil­nehmer ihrer Weit­er­bil­dungsange­bote. Auf den großen Branchen­messen – der Han­nover Messe, der METAV in Düs­sel­dorf, der EMO Han­nover und der AMB in Stuttgart – wur­den über 125.000 Schü­lerin­nen und Schüler sowie ihre Fach­lehrer über Beruf­schan­cen und neueste Branch­enen­twick­lun­gen informiert.


Serviceangebot: Wichtige Informationen rund um Corona & Covid-19

Um Mit­glieder in der gegen­wär­ti­gen Sit­u­a­tion immer auf dem aktuellen Stand zu hal­ten, hat der VDMA die Fokus­seite Coro­n­avirus & Covid-19 in Betrieb genom­men. Tage­sak­tuell wird dort über poli­tis­che Maß­nah­men auf nationaler und inter­na­tionaler Ebene sowie Hil­f­sange­bote informiert. Auch die Erre­ich­barkeit des VDW sowie seine Dien­stleis­tun­gen für Mit­glieder sind ohne Ein­schränkun­gen gewährleis­tet.

Tagesaktuelle Updates und Informationen zu den Auswirkungen des Coronavirus und COVID-19 stellt der VDMA auf seiner Webseite bereit: www.vdma.org/corona
Tage­sak­tuelle Updates und Infor­ma­tio­nen zu den Auswirkun­gen des Coro­n­avirus und COVID-19 stellt der VDMA auf sein­er Web­seite bere­it: www.vdma.org/corona

Covid-19 hat die Welt fest im Griff. Durch die Aus­bre­itung des Coro­n­avirus muss die Werkzeug­maschi­nenin­dus­trie mit weit­eren Auswirkun­gen auf die Pro­duk­tion rech­nen. Ob Quar­an­täne­maß­nah­men im In- und Aus­land, geschlossene Gren­zen, ver­schobene oder abge­sagte Messen, Kurzarbeit oder still­gelegte Werke – die Lage ist unüber­sichtlich und kann sich stündlich ändern. Auch ist auf Erfahrungswerte nur bed­ingt Ver­lass: da es sich im Gegen­satz etwa zur Finanzkrise von 2008 nicht um eine sys­temis­che Krise han­delt, son­dern um einen exo­ge­nen Schock, lässt sich der Kreis der Betrof­fe­nen kaum ein­gren­zen und wer­den neue poli­tis­che und wirtschaftliche Antworten gefun­den wer­den müssen.

Wichtige Infor­ma­tio­nen zu Auswirkun­gen von Covid-19 auf unsere Branche hat der VDMA deshalb auf sein­er Web­seite zusam­mengestellt. Unter www.vdma.org/corona find­en Sie Berichte zum poli­tis­chen Geschehen im In- und Aus­land, Neuigkeit­en etwa zu finanziellen Unter­stützungs­maß­nah­men oder auch Pro­gram­men wie der Rück­hol­ung von Mitar­beit­ern aus dem Aus­land. Die Seite wird tage­sak­tuell gepflegt, deckt die gesamte Band­bre­ite unternehmerisch­er Fragestel­lun­gen ab und wird ständig erweit­ert – wir empfehlen sie aus­drück­lich zur Lek­türe!

Als Ver­band wis­sen wir aber auch, dass Unternehmen in Zeit­en beson­der­er Her­aus­forderung Abstim­mungs­be­darf in unter­schiedlichen The­men­bere­ichen sehen und per­sön­liche Rück­sprache schätzen. Deshalb wer­den wir unseren Mit­gliedern in den kom­menden Wochen wie gewohnt mit Rat und Tat zur Seite ste­hen. Konkret heißt das: Die Geschäftsstelle des VDW ist beset­zt und während der bekan­nten Geschäft­szeit­en vol­lum­fänglich erre­ich­bar. Mitar­beit­er, die auf­grund der beson­deren Sit­u­a­tion im Home­of­fice tätig sind, erre­ichen Sie eben­falls über die Ihnen bekan­nten E‑Mailadressen und Tele­fon­num­mern. Für Sie als Mit­glied ändert sich am gewohn­ten Ser­viceange­bot des VDW also nichts!

Änderun­gen ergeben sich auf­grund der aktuellen Sit­u­a­tion nur bei Präsen­zver­anstal­tun­gen. Der VDW befür­wortet aus­drück­lich die Entschei­dung der Bun­desregierung vom 16. März 2020, alle Ver­anstal­tun­gen bis nach Ostern auf­grund der dynamis­chen Entwick­lun­gen von Covid-19 abzusagen. Unsere geplanten Mit­gliederver­anstal­tun­gen und Gremien­sitzun­gen wer­den deshalb bis auf weit­eres auf Webkon­feren­zen umgestellt. Die ersten Meet­ings mit Fir­men und Insti­tuten zeigen, dass wir hier­mit den Dia­log pro­duk­tiv aufrechter­hal­ten kön­nen. Sobald neue Infor­ma­tio­nen vor­liegen, wer­den wir diese umge­hend an die Gremien und unsere Mit­glieder weit­er­leit­en.


Schutzvorrichtungen bei Schleifmaschinen überdimensioniert?

Tren­nende Schutzein­rich­tun­gen bei Schleif­maschi­nen sind beson­ders rel­e­vant für die Sicher­heit der Mitar­beit­er. Zwar kommt es nicht oft vor, dass eine Schleif­scheibe birst, doch wenn das passiert, sind die Ver­let­zungs­ge­fahren für Maschi­nenbe­di­ener enorm. Neuere Stu­di­en leg­en jedoch nahe, dass die bis­lang üblichen Umhausun­gen beispiel­sweise für Verzah­nungss­chleif­maschi­nen überdi­men­sion­iert sein kön­nten. Nach Unter­suchun­gen unter anderem des VDW und des Insti­tuts für Werkzeug­maschi­nen und Fab­rik­be­trieb (IWF) der TU Berlin sind je nach Schleif­scheiben­bre­ite bis zu 70 Prozent dün­nere tren­nende Schutzein­rich­tun­gen möglich. Diese Erken­nt­nisse sor­gen nun für Bewe­gung bei der ISO-Normierung.

Arbeitsraum einer Verzahnungsschleifmaschine: In den großen Schleifwerkzeugen beispielsweise für das Wälzschleifen können sehr große Rotationsenergien stecken, die bei Bruch des Schleifkörpers schwerste Verletzungen der Maschinen-bediener hervorrufen könnten. Foto: Kapp
Arbeit­sraum ein­er Verzah­nungss­chleif­mas­chine: In den großen Schleifw­erkzeu­gen beispiel­sweise für das Wälzschleifen kön­nen sehr große Rota­tion­sen­ergien steck­en, die bei Bruch des Schleifkör­pers schw­er­ste Ver­let­zun­gen der Maschi­nen-bedi­ener her­vor­rufen kön­nten. Foto: Kapp

Überdi­men­sion­ierte Schutztüren bald Ver­gan­gen­heit?

Die Min­dest­wand­dick­en für tren­nende Schutzein­rich­tun­gen sind in der ISO-Norm 16089 „Werkzeug­maschi­nen – Sicher­heit – Orts­feste Schleif­maschi­nen“ vorgeschrieben. Dabei wer­den beispiel­sweise für Verzah­nungss­chleif­maschi­nen die Vorschriften für Primärschutzhauben direkt auf die weit­er ent­fer­nt liegen­den Vol­lumhausun­gen skaliert. Der Grund: Für Verzah­nungss­chleif­maschi­nen, die üblicher­weise keine Primärschutzhaube besitzen, fehlten hier zunächst spez­i­fis­che Sicher­heitsvorkehrun­gen für die Schutzumhausung. Das liegt daran, dass in der Vorgänger­norm EN 13218 „Sicher­heit von Werkzeug­maschi­nen – Sta­tionäre Schleif­maschi­nen“ Verzah­nungss­chleif­maschi­nen nicht aus­drück­lich enthal­ten waren. Doch diese Skalierung wurde wieder­holt in Frage gestellt, auch vom japanis­chen Ver­band JMTBA, weil dadurch die Schutztüren und Sichtschutzscheiben aus Poly­car­bon­at überdi­men­sion­iert wür­den.

Deut­liche Vere­in­fachun­gen sind möglich

Die Mit­glieds­fir­men des VDW-Arbeit­skreis­es 5, der sich um die Sicher­heit von Werkzeug­maschi­nenkom­po­nen­ten küm­mert, kamen daher zu dem Schluss, dass für die Dimen­sion­ierung der Vol­lumhausung von orts­festen Schleif­maschi­nen neue Ausle­gungsta­bellen erforder­lich seien. Am IWF der TU Berlin wurde deswe­gen im Jahre 2012 ein zwei­jähriges Pro­jekt ges­tartet, in dem erst ein­mal die nötige Ver­such­saus­rüs­tung entwick­elt wurde. „In den fol­gen­den Berst- und Auf­pral­lver­suchen zeigte sich, dass je nach Schleifkör­per­bre­ite max­i­mal 70 Prozent der Wand­dicke von Umhausun­gen einges­part wer­den kön­nen“, resümiert Simon Thom, Grup­pen­leit­er Werkzeug­maschi­nen­tech­nolo­gie am IWF der TU Berlin. „Das ist für Werkzeug­maschi­nen­her­steller, die beim Bau der Maschi­nen mit deren Gewicht zu kämpfen haben, eine große Erle­ichterung. Eine um einen hal­ben Mil­lime­ter dün­nere Stahlblechumhausung zum Beispiel spart 4 kg/m2 an Gewicht.“ Das hat auch indi­rek­te Einsparun­gen zur Folge, weil Motoren, die die leichteren Stahltüren öff­nen und schließen, eben­falls weniger stark aus­fall­en müssen oder ganz unnötig wer­den.

Einigkeit unter ver­schiede­nen Part­nern

Nicht nur Indus­trie und Wis­senschaft sind sich einig, dass Schutzvor­rich­tun­gen bei den genan­nten Maschi­nen überdi­men­sion­iert sind – auch die Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung (DGVU) in St. Augustin und die Beruf­sgenossen­schaft Holz und Met­all (BGHM) in Han­nover führten ähn­lich aus­gerichtete Ver­suche an einem Berstver­suchs­stand durch – mit ähn­lichen Ergeb­nis­sen. Ende 2019 legte die BGHM ihren Bericht der über acht Jahre laufend­en Berstver­suche mit ins­ge­samt mehr als 400 geborste­nen Schleifkör­pern und über 800 ver­w­ert­baren Auf­prallereignis­sen vor. Daraus kon­nte gemein­sam mit dem VDW eine sichere Ausle­gungskon­ven­tion für 3 mm Stahlblech bei unter­schiedlichen Schleifkör­per­bre­it­en gewon­nen wer­den (vgl. Bild 2).

Die Zusam­men­le­gung der Ergeb­nisse inner­halb Deutsch­lands war nicht zulet­zt motiviert durch ver­gle­ich­bare Unter­suchun­gen im Aus­land. Der japanis­che Ver­band JMTBA hat­te Ver­suche vorgenom­men, die darauf hin­wiesen, dass die bish­eri­gen Nor­mvor­gaben der ISO 16089 teil­weise um bis zu 30 Prozent reduziert wer­den kön­nen.

Im Jan­u­ar 2020 schließlich fand eine Nor­mungssitzung in Tokio statt, bei der die japanis­chen mit den deutschen Erken­nt­nis­sen ver­glichen wur­den. Die Experten einigten sich darauf, dass die japanis­chen Ergeb­nisse für die Anpas­sung der Ausle­gungsta­bellen der Primärschutzhaube und die deutschen Ergeb­nisse für die Ausle­gung der Vol­lumhausung in die ISO-Norm eingear­beit­et wer­den sollen. In Kürze wird vom ISO-Sekre­tari­at beim DIN in Berlin ein kon­so­li­diertes Arbeitspa­pi­er erstellt und als so genan­ntes „Com­mit­tee Draft“ zur Kom­men­tierung an die inter­essierte Öffentlichkeit gegeben wird. Dies soll bis Okto­ber 2020 abgeschlossen sein.

Weit­ere Unter­suchun­gen laufen

Den­noch wer­den die bish­eri­gen Stu­di­energeb­nisse zu Vol­lumhausun­gen in dem Pro­jekt 20438 „Sich­er dimen­sion­ierte Maschi­nenumhausung“ der Indus­triellen Gemein­schafts­forschung (IGF) noch empirisch und the­o­retisch unter­mauert (vgl. Bild 3). „Dabei nutzen wir auch Sim­u­la­tio­nen, um den Worst Case darzustellen. Der tritt dann ein – das haben unsere Berstver­suche gezeigt –, wenn das Bruch­stück mit sein­er äußeren Kante auf die Schutzein­rich­tung trifft. Dieses Auf­prallset­ting kön­nen wir in Mod­ellen mit unter­schiedlichen Werk­stof­fen, Schleif­scheiben­bre­it­en und Dick­en des Stahlblechs der Schutzein­rich­tung abbilden. So vere­in­fachen wir die extrem aufwändi­gen Berstver­suche“, berichtet Thom. „Unser Plan für dieses Jahr ist, noch ein­fachere Dimen­sion­ierungsver­fahren vorzuschla­gen.“  Die ver­ringerten Min­dest­wand­dick­en, die nun in der ISO-Norm fest­gelegt wer­den sollen, kön­nten also auf­grund der weit­eren Ver­such­sergeb­nisse nochmals reduziert wer­den.


Neuer METAV-Termin steht fest

Inter­na­tionale Messe für Tech­nolo­gien der Met­all­bear­beitung find­et im kom­menden Jahr statt

Frank­furt am Main, 09. März 2020. – Die METAV 2020 wird auf den März 2021 ver­schoben. Sie find­et nun­mehr vom 23. bis 26. März 2021 statt. „Wir freuen uns sehr, dass es so schnell gelun­gen ist, gemein­sam mit unserem Part­ner, der Messe Düs­sel­dorf, einen neuen Ter­min festzule­gen“, sagt Dr. Wil­fried Schäfer, Geschäfts­führer beim METAV-Ver­anstal­ter VDW (Vere­in Deutsch­er Werkzeug­maschi­nen­fab­riken).

Nach­dem die METAV 2020, die ursprünglich vom 10. bis 13 März dieses Jahres hätte stat­tfind­en sollen, auf­grund der Coro­na-Epi­demie ver­schoben wer­den musste, war es für die Ver­anstal­ter umso wichtiger, schnell einen Ersatzter­min zu find­en, damit die Aussteller Pla­nungssicher­heit haben. „Das war nicht ganz so ein­fach, weil der kom­plette Messekalen­der auf­grund der vie­len Messeab­sagen und ‑ver­schiebun­gen neu sortiert wer­den muss“, sagt Schäfer. Opti­mistisch könne man davon aus­ge­hen, dass die Coro­na-Prob­lematik bis Anfang 2021 gelöst ist. Auch beste­ht die begrün­dete Erwartung, dass die Kon­junk­tur Anfang kom­menden Jahres wieder bess­er läuft. Der Maschi­nen­bau als eine der wichti­gen Abnehmer­branchen für die Werkzeug­maschi­nenin­dus­trie geht beispiel­sweise von ein­er kräfti­gen Bele­bung der Nach­frage nach Über­win­dung der Coro­na-Krise aus.

Alle Verträge mit den rund 460 METAV-Ausstellern bleiben auch für den neuen Ter­min gültig“, bestätigt VDW-Geschäfts­führer Schäfer. 2021 wird die METAV die wichtig­ste Messe für die Met­all­bear­beitung im ersten Hal­b­jahr sein und ins­beson­dere im deutschen Markt und Benelux den Takt für Investi­tion­sentschei­dun­gen vorgeben. Davon geht auch Franz-Xaver Bern­hard, Geschäfts­führer beim langjähri­gen METAV-Aussteller Hermle AG in Gosheim, aus. „Wir erwarten, dass sich die wirtschaftliche Lage in einem Jahr deut­lich gebessert hat und die METAV im März 2021 eine gute Plat­tform sein wird, die wieder anziehende Nach­frage zu bedi­enen.“ Und Hans-Jür­gen Büch­n­er, Geschäfts­führer bei der Iscar Ger­many GmbH in Ettlin­gen, sagt: „Wir wer­den auch 2021 bei der METAV dabei sein, denn nach dem wirtschaftlichen Rück­gang im laufend­en Jahr wer­den wir diese bewährte Plat­tform nutzen, uns den Kun­den zu präsen­tieren und die Geschäfte wieder anzukurbeln.“