METAV 2020 Safety Day: Sicherheitstechnik an Werkzeugmaschinen

Die EU-Kom­mis­sion treibt die Neu­fas­sung der Maschi­nen­richtlin­ie 2006/42/EG weit­er voran, z. B. mit ein­er öffentlichen Umfrage im Som­mer 2019. Der VDW begleit­et das Rechts­set­zungsver­fahren sehr eng und hat u. a. darauf hingewiesen, dass im Zeital­ter der Dig­i­tal­isierung die Forderung nach ein­er Betrieb­san­leitung in Papi­er nicht mehr zeit­gemäß ist.

Zu den Risikobeurteilun­gen, die die Maschi­nen­richtlin­ie auch fordert, wur­den in let­zter Zeit gravierende Änderun­gen im nor­ma­tiv­en Über­bau vorgenom­men, beson­ders den Aspekt der funk­tionalen Sicher­heit betr­e­f­fend.

Der VDW hat deshalb branchenübliche Kon­struk­tion­s­meth­o­d­en für Werkzeug­maschi­nen mit den Meth­o­d­en der anspruchsvollen neuen Steuerungsnorm ISO 13849–1 gründlich über­prüft und die erre­ich­baren Per­for­mance Lev­el beste­hen­der Steuerungs­ket­ten ermit­telt. Dabei kon­nte auf Basis von Feld­dat­en die sicher­heit­stech­nis­che  Zuver­läs­sigkeit mehrfach nachgewiesen wer­den. Dieser Befund deckt sich damit, dass Unfal­lzahlen an Werkzeug­maschi­nen in Deutsch­land seit Jahren kon­stant rück­läu­fig sind.

Solche evi­den­ten Argu­mente wer­den aber seit einiger Zeit wieder in Frage gestellt, etwa durch den Ansatz in der obi­gen Umfrage, die The­men „Safe­ty“ und „Secu­ri­ty“ bei der Revi­sion der Maschi­nen-richtlin­ie zusam­men zu brin­gen. Hierzu hat der VDW zusam­men mit dem VDMA und CECIMO eine ablehnende Hal­tung ein­genom­men.

Diese und weit­ere span­nende Aspek­te des weit­ge­fassten The­menge­bi­ets wer­den in Fachvorträ­gen von mehreren Seit­en durch Maschi­nen­her­steller, Kom­po­nen­ten­liefer­an­ten und Arbeitss­chutzex­perten beleuchtet. Es wird aufgezeigt, welche Anforderun­gen an mod­erne Werkzeug­maschi­nen gestellt und wie diese gegen­wär­tig erfüllt wer­den.
Am Ende der Ver­anstal­tung soll das Faz­it disku­tiert wer­den: normkon­form kon­stru­ierte und bes­tim­mungs­gemäß ver­wen­dete Werkzeug­maschi­nen sind sich­er!

Wir laden Sie her­zlich dazu ein.

Pro­gramm hier herun­ter­laden.


Netzwerktag Benelux auf der METAV 2020

Die Benelux Staat­en, allen voran die Nieder­lande, sind der größte Han­delspart­ner Nor­drhein-West­falens. Dies ist nicht weit­er ver­wun­der­lich, eröff­nen doch regionale Nähe und die hohen Stan­dards auf bei­den Seit­en attrak­tive Zuliefer- und Koop­er­a­tions­möglichkeit­en.

Deshalb wird die METAV zum zweit­en Mal als Plat­tform genutzt, um die Wirtschafts­beziehun­gen im Bere­ich der Pro­duk­tion­stech­nik zwis­chen den Benelux-Län­dern und Nor­drhein-West­falen weit­er zu pfle­gen und zu verbessern.

So find­et bere­its am ersten Mes­se­tag ein Tre­f­fen zwis­chen Unternehmen und Net­zw­erken aus Benelux und Ausstellern auf der METAV statt. Im Anschluss daran haben die Teil­nehmer die Möglichkeit an ver­schiede­nen geführten Rundgän­gen zu den The­men umati, neue Poten­ziale in der Fer­ti­gung, Qual­itätssicherung als Baustein von Indus­trie 4.0 sowie Dig­i­tal­isierung in der beru­flichen Aus­bil­dung teilzunehmen.

Der Net­zw­erk­tag wird am Nach­mit­tag durch eine Match­mak­ing-Ver­anstal­tung abgerun­det. Hier­für kön­nen sich inter­essierte Fir­men und Besuch­er unter dem Stich­wort benelux@metav2020 bere­its im Vor­feld der Messe anmelden.

Fly­er: Net­zwek­tag Benelux (PDF)


Industrie 4.0‑Komponenten verändern Werkzeugmaschinen und deren Umfeld

Innovationsforum Düsseldorf zeigt auf der METAV 2020 Theorie und Praxis moderner Metallbearbeitung


METAV Night im Stil der 1980er Jahre

Verbindet man den Begriff Net­zw­erken, also den Auf­bau und die Pflege von per­sön­lichen und beru­flichen Kon­tak­ten, mit dem Begriff Par­ty, ein zwan­glos­es Fest mit Speis und Trank sowie Musik und Tanz, spiegelt dies das Vorhaben der ersten METAV Night anlässlich des 40-jähri­gen Jubiläum METAV wider. 

METAV-Night mit Guildo Horn
METAV-Night mit Guil­do Horn

In der Ver­gan­gen­heit feierten nur die Aussteller unter sich. Doch ist die METAV in Wirk­lichkeit nicht ein Tre­ff­punkt, bei dem sich Aussteller, Besuch­er und Geschäftspart­ner begeg­nen? Bei dem sich Experten aus­tauschen über aktuelle Fer­ti­gungsver­fahren in der Pro­duk­tion­stech­nik oder ein­fach mal über per­sön­liche Inter­essen sprechen? Und warum nur während der Messeöff­nungszeit­en? Warum kann sich der Aussteller nicht mit seinem Kun­den abends bei einem erfrischen­den Getränk und gutem Essen in angenehmer Atmo­sphäre tre­f­fen, net­zw­erken und ein­fach einen schö­nen Abend haben?

Dies wird nun möglich, zur 40 Jahre Jubiläums METAV Night, am Don­ner­stag den 12. März 2020. Feiern Sie mit uns 40 Jahre METAV und erleben Sie eine kuli­nar­ische Zeitreise. Genießen Sie coole Drinks, frisches Düs­sel­dor­fer Alt­bier sowie Guil­do Horn + die Orthopädis­chen Strümpfe. Auss­chließlich Aussteller kön­nen bequem über das OOS (Online-Order-Sys­tem) der Messe Düs­sel­dorf Karten für die METAV Night für sich, ihre Kun­den, Part­ner und Mitar­beit­er bestellen.

  • Die Karte kostet 40 Euro.
  • Sie kön­nen auch gegen einen gerin­gen Auf­preis ihren eige­nen Tisch buchen. Das Tis­ch­paket bein­hal­tet sechs Teil­nehmerkarten für Sie und Ihre Gäste. Somit kön­nen Sie diesen Event gemein­sam live erleben.
  • Im Tick­et­preis enthal­ten sind Speisen und Getränke (Bier, Wein und Soft­drinks) und natür­lich das Ver­anstal­tung­spro­gramm im Stil der 1980er Jahre.

Wir freuen uns jet­zt schon auf einen tollen Abend mit Ihnen und Ihren Gästen!


Aufmerksamkeit schützt vor Hackern — METAV 2020 bietet Expertenwissen zur Datensicherheit – Cybersecurity-Kongress zeigt Herausforderungen in der Office- und Produktionswelt

Frank­furt am Main, 21. Novem­ber 2019 — Die Dig­i­tal­isierung hat ihren Preis: Die Ver­net­zung von Men­schen, Maschi­nen und Unternehmen erhöht nicht nur Pro­duk­tiv­ität und Nach­haltigkeit, son­dern steigert auch das Risiko ein­er Cyber­at­tacke. Wege aus dem Dilem­ma bietet der Kongress Cyber­se­cu­ri­ty des VDMA auf der METAV 2020 am 11. März 2020. Ein Erfol­gsrezept ver­rät vor­ab Heinz-Uwe Gern­hard, Leit­er des VDMA-Arbeit­skreis­es Secu­ri­ty und im Haupt­beruf bei Robert Bosch in Stuttgart zuständig für IT-Secu­ri­ty im Inter­view: Schu­lung der Aufmerk­samkeit für Cyber­at­tack­en. 

Pass auf: Cyberattacken lassen sich durch Schulung von Mitarbeitern im Betrieb oder auch Online verhindern – oder zumindest die Auswirkungen verringern.  Foto: Siemens
Pass auf: Cyber­at­tack­en lassen sich durch Schu­lung von Mitar­beit­ern im Betrieb oder auch Online ver­hin­dern – oder zumin­d­est die Auswirkun­gen ver­ringern.
Foto: Siemens

Herr Gern­hard, hat das Bewusst­sein für Cyber­se­cu­ri­ty zugenom­men?
Heinz-Uwe Gern­hard: Ja, aber nicht in dem Aus­maß, den ich damals beim Start des Arbeit­skreis­es Secu­ri­ty im Jahr 2012 erwartet habe. Es beste­ht nach wie vor drin­gen­der Hand­lungs­be­darf, denn Deutsch­land und die EU wer­den mit Geset­zen und Regelun­gen Maß­nah­men zum besseren Schutz, auch der Pro­duk­tion, vor Cyberan­grif­f­en ein­fordern. Ein Mit­tel zum Zweck ist sicher­lich der Ein­satz von zusät­zlich­er IT. Aber ohne das dazuge­hörige Wis­sen und die organ­isatorischen Fähigkeit­en wird das allein nicht aus­re­ichen, um für eine Erhöhung der notwendi­gen Sicher­heit zu sor­gen. Hil­fre­ich in diesem Zusam­men­hang sind sicher­lich die Bemühun­gen im Kon­text von Indus­trie 4.0, aber dort ist Cyber­se­cu­ri­ty lei­der auch nur ein The­ma von vie­len.

Was empfehlen Sie einem Ein­steiger?
Heinz-Uwe Gern­hard: Ein­fach anfan­gen und Vor­sorge tre­f­fen, sowohl tech­nisch als auch organ­isatorisch. Das ist genau­so wie bei der alljährlichen Grippe-Epi­demie. Das Risiko, sie zu bekom­men, ist nun mal ohne Grippeschutz­imp­fung höher. In der heuti­gen ver­net­zten Welt ist kein­er mehr vor ein­er Cyber­at­tacke sich­er. Hier muss ein Sinneswan­del stat­tfind­en.

Cyber­at­tack­en nehmen zu

Welche Maß­nah­men soll­ten Unternehmen ergreifen, die sich jet­zt mit­ten in der dig­i­tal­en Trans­for­ma­tion – Stich­wort Indus­trie 4.0 – befind­en?
Heinz-Uwe Gern­hard: Es ist eine klare und ein­deutige Man­age­men­tauf­gabe. Die Ver­ant­wortlichen müssen die Risiken, die durch die Ver­net­zung dro­hen, ganz klar erken­nen und Maß­nah­men definieren. Mit Blick auf die Ver­füg­barkeit der Pro­duk­tion­stech­nik müssen sie ver­ste­hen, dass ihnen erhe­bliche Schä­den dro­hen. Davor ist auf Grund der Ver­net­zung nie­mand gefeit. Wer die Fach­presse ver­fol­gt, find­et immer wieder Nachricht­en, wie zum Beispiel, dass eine Cyber­at­tacke sog­ar die IT ein­er Spezial­fir­ma für Sicher­heits- und Steuerung­stech­nik weitest­ge­hend lahm­legte. Die Fir­ma hat diesen Vor­fall pub­lik gemacht. Das ist für mich richtig und wichtig, denn wir sitzen alle im sel­ben Boot.

Doch noch ist Offen­heit in Sachen Cyber­at­tack­en eher die Aus­nahme: Inwiefern kön­nen Net­zw­erke wie der von Ihnen geleit­ete VDMA-Arbeit­skreis Secu­ri­ty dabei helfen – indem man untere­inan­der offen über Cyber­at­tack­en spricht?
Heinz-Uwe Gern­hard: Wir gehen das The­ma proak­tiv an, in dem wir die Risiken klar adressieren und Hil­festel­lun­gen zu den vielfälti­gen Fra­gen bieten. Mir geht es ins­beson­dere darum, dass wir über Ver­bands­gren­zen hin­weg gemein­sam für Trans­parenz sor­gen. Eine gute Aus­gangs­ba­sis bietet auch die Plat­tform Indus­trie 4.0 mit ihrem Link www.plattform-i40.de.

Oft fehlt das richtige Bewusst­sein

Manche Fir­men begin­nen nun ganz gezielt, bei ihren Mitar­beit­ern das Bewusst­sein für Betrugsszenar­ien zu weck­en. Was hal­ten Sie von dem neuen Zauber­wort Cyber­re­silienz, das ger­ade die Runde macht?
Heinz-Uwe Gern­hard: Das ist der richtige Weg, denn Aufmerk­samkeit bietet für diese Bedro­hungsart den besten Schutz. Das ist eine Fähigkeit, die jed­er Anwen­der von Cybertech­nolo­gien besitzen sollte.

Wie beurteilen Sie den Stand der Sicher­heits-IT?
Heinz-Uwe Gern­hard: Ver­gle­ichen wir es mit dem Verkehr. Ein Aut­o­fahrer brauchte im Jahr 1920 ein ganz anderes Risikobe­wusst­sein als ein heutiger Pkw-Lenker, dessen Fahrzeug eine deut­lich gerin­gere Aufmerk­samkeit erfordert, weil es ihm vieles abn­immt. Fahrzeuge und Infra­struk­tur machen das Aut­o­fahren heute sehr viel risikoärmer. Im Ver­gle­ich dazu ist der Reife­grad unser­er gegen­wär­ti­gen IT in Bezug auf ihre inhärenten Risiken auf dem Stand eines Autos von 1920. Es erfordert vom Benutzer eine hohe Aufmerk­samkeit und vielfältiges Wis­sen. Aware­ness oder auf gut Hes­sisch „uff­passe!“ ist aktuell ein zen­trales The­ma.

Ist das nicht Angst­macherei?
Heinz-Uwe Gern­hard: Nein, es ist keine Angst­macherei. Beispiel­haft wer­den Szenar­ien im Roman Black­out von Marc Els­berg durchge­spielt. Die tech­nis­chen Aspek­te darin sind eben keine Fik­tion, son­dern entsprechen den Real­itäten und sind nur von ihm roman­haft und span­nend ver­packt wor­den. Hier wurde ja auch der Geset­zge­ber mit dem IT-Sicher­heits­ge­setz (Kri­tis) aktiv, das sich ger­ade in Über­ar­beitung befind­et.

Der IT-Experte Peter Tur­czak sagte im VDMA Mag­a­zin: „In eine Cloud würde ich niemals Dat­en able­gen, ohne die unser Betrieb still­ste­hen würde.“ Unternehmen benöti­gen aber Dat­en für die Umset­zung von Indus­trie 4.0 und müssen sie sich­er spe­ich­ern. Was gehört in die Cloud und was nicht?
Heinz-Uwe Gern­hard: Der IT-Kol­lege spricht die zen­trale Forderung der OT (?) nach Ver­füg­barkeit an. Als Nachrich­t­en­tech­niker sehe ich immer den Wet­tbe­werb zwis­chen Band­bre­ite, Rech­n­er­leis­tung vor Ort und natür­lich den Kosten. Die Cloud bietet vie­len eine zen­tral­isierte Anwen­dung mit viel Rechen­leis­tung, wenn die Band­bre­ite stimmt. Der Anwen­der muss die Art des Cloud-Ein­satzes mit Blick auf seine Risikobere­itschaft und Ver­füg­barkeit­san­forderun­gen und seinen tech­nis­chen und organ­isatorischen Fähigkeit­en abwä­gen.  Eine andere wichtige Frage ist natür­lich das Ver­trauen bzw. die Ver­trauenswürdigkeit des Anbi­eters und deren Sich­er­stel­lung.

Es ist also eine Ver­trauensfrage?
Heinz-Uwe Gern­hard: Genau, ich muss mich fra­gen, wem ich wie ver­traue. Reichen im gegebe­nen Recht­sraum tech­nis­che Maß­nah­men, Verträge und Zer­ti­fizierun­gen von beteiligten Dien­stleis­tern aus?

Auf der Metav 2020 ver­fü­gen die meis­ten Werkzeug­maschi­nen über Inter­ne­tan­schlüsse: Worauf soll­ten Messebe­such­er acht­en?
Heinz-Uwe Gern­hard: Es han­delt sich hof­fentlich nicht um einen offe­nen Inter­ne­tan­schluss, son­dern um eine, auch hier wieder, ver­trauenswürdi­ge Verbindung. Fra­gen Sie hierzu nicht nur nach der tech­nis­chen Lösung, son­dern auch nach den organ­isatorischen Fähigkeit­en des Anbi­eters.  Tech­nisch bieten sich pri­vate VPN-Net­ze mit entsprechen­der ver­traglich­er Absicherung an.

Eine Norm bietet Hil­festel­lung

Wie kann sich der Messebe­such­er auf das Gespräch vor­bere­it­en?
Heinz-Uwe Gern­hard: Hil­fe bietet die Norm ISO/IEC 62443, die im Teil 2–4 mit den „Anforderun­gen an das IT-Sicher­heit­spro­gramm von Dien­stleis­tern für indus­trielle Automa­tisierungssys­teme“ den Rah­men vorgibt, worauf er bei Ange­boten acht­en sollte. Anson­sten sind Regelun­gen und Stan­dards, auch wenn sie oft etwas spröde sind, hil­fre­ich und zielführend.

Herr Gern­hard, wir bedanken uns für das Gespräch.

VDMA: Cyber­sicher­heit durch gezieltes Zusam­men­spiel
Infor­ma­tion­stech­nolo­gien sind heute ein wichtiger Teil nahezu jed­er Pro­duk­tion­san­lage. „IT macht Maschi­nen nicht nur schlau und inter­ak­tiv, son­dern auch anfäl­liger für Cyberan­griffe“, beobachtet Stef­fen Zim­mer­mann, Leit­er Com­pe­tence Cen­ter Indus­tri­al Secu­ri­ty beim VDMA. „Um hohe Maschi­nen­ver­füg­barkeit und Integrität der Dat­en über den gesamten Pro­duk­tleben­szyk­lus zu garantieren, bedarf es des Zusam­men­spiels der Anbi­eter von Automa­tisierungslö­sun­gen und Maschi­nen mit dem Betreiber der Anlage.“ Zudem müssten sich Betreiber darauf ein­stellen, dass die Gefahr ein­er Cyber­at­tacke immer beste­ht. Daher soll­ten Betreiber mit grundle­gen­den Maß­nah­men ihre Cyber­re­silienz sich­er­stellen, um die Auswirkun­gen eines Cyberan­griffs zu ver­ringern. Den aktuellen Stand der Dinge ver­mit­telt am 11. März 2020 der Cyber­se­cu­ri­ty-Kongress von VDW und VDMA auf der METAV 2020, bei dem das Zusam­menwach­sen von Office- und Pro­duk­tion­swelt im Mit­telpunkt ste­ht. Zu den The­men zählen unter anderem: Reg­ulierung, Fernwartung/internationale Ver­net­zung, Live Hack­ing und Basic-Maß­nah­men zur Wieder­her­stel­lung eines IT-Net­zw­erkes.

Vita: Heinz-Uwe Gern­hard
Heinz-Uwe Gern­hard (Jahrgang 1957) wech­selte als junger Diplom-Inge­nieur (Nachrich­t­en­tech­nik) nach seinem Studi­um an der TH Darm­stadt 1983 als Entwick­ler zum Elek­tron­ikkonz­ern SEL. 1987 bis 2017 entwick­elte Heinz-Uwe Gern­hard Steuerung­stech­nik bei der heuti­gen Bosch Rexroth Elec­tric Dri­ves and Con­trols GmbH in Erbach. Seit 2017 arbeit­et der Diplom-Inge­nieur im Zen­tral­bere­ich IT Secu­ri­ty and Appli­ca­tion (C/TED1) bei der Robert Bosch GmbH in Stuttgart. Sein Spezial­ge­bi­et ist das Risiko­man­age­ment und IT-Secu­ri­ty für die Fer­ti­gung.

(Umfang: rund 8.800 Zeichen inkl. Leerze­ichen)
Autor: Niko­laus Fecht im Auf­trag des VDW


Der METAV liebste Plätzchen: Standplätzchen!

Ein bewegtes Jahr neigt sich seinem Ende ent­ge­gen. Die Tage wer­den kürz­er, die Nächte käl­ter und Besinnlichkeit hält Einzug. Doch Wei­h­nacht­szeit ist auch Plätzchen­zeit. Deshalb haben wir uns in die Back­stube gestellt und unsere Lieblingsplätzchen geback­en: Stand­plätzchen! 

Standplätzchen Foto: Stefan Schwaneck
Stand­plätzchen Foto: Ste­fan Schwa­neck

Mit vere­in­ten Kräften aus den Abteilun­gen Presse & Öffentlichkeit, Messe, Forschung und Tech­nik und Fre­un­den trafen wir uns am Mor­gen des 1. Advent, um Teig zu kneten, Plätzchen zu stechen und zu deko­ri­eren. Standen im Dezem­ber 2018 “nur” Plätzchen der EMO Han­nover auf dem Pro­gramm, sollte es in diesem Jahr eine deut­lich größere Vielfalt geben: zusät­zlich zum bewährten Motiv soll­ten rund 100 umati-Leck­ereien sowie gut 350 Gebäck­stücke mit Aussteller­na­men der METAV 2020 entste­hen, um jedem bis­lang angemelde­ten Aussteller ein Social Media tauglich­es Foto seines Stand­plätzchens zusenden zu kön­nen. Um die Küchen­schlacht auf die Spitze zu treiben, wur­den je weit­ere 50 VDW-Plätzchen und Blanko-Stand­plätzchen geplant.

Weil eine Über­raschung nur funk­tion­iert, wenn sie möglichst lange eine Über­raschung bleibt, war im Vor­feld max­i­male Geheimniskrämerei ange­sagt. Ausstellerlis­ten wur­den nach Feier­abend im leeren Büro gezo­gen, unter Mitwirkung ver­schwiegen­er Part­ner Motive erstellt und neben ein­er umati-Plätzchen­form rd. 450 bedruck­te Oblat­en pro­duziert. Zur Deko­ra­tion wur­den Tan­nen­zweige, Obst, Nüsse und eine Lichter­kette besorgt, Wei­h­nacht­splätzchen kun­stvoll verziert und ein kleines Dio­ra­ma gebaut.

Mit sat­ten neun Kilo­gramm Teig ging es dann ans Werk: Teig aus­rollen, Plätzchen ausstechen und back­en im Akko­rd. Mit Oblat­en verzieren, in das fes­tliche Set­ting ein­bauen, Fotos knipsen und wieder zurück auf Anfang… Die Arbeit­steilung funk­tion­ierte prächtig, wen­ngle­ich sich die Oblat­en mitunter als so anhänglich erwiesen, dass spon­tane Not­op­er­a­tio­nen mit viel Geduld, Fin­ger­spitzenge­fühl und Kreativ­ität nötig wur­den. Ein kleines Wei­h­nachtswun­der durfte dabei selb­stver­ständlich nicht fehlen: einige Opladen waren in weis­er Voraus­sicht in mehrfach­er Aus­fer­ti­gung hergestellt wor­den, sodass wir von unserem Ziel ein­er voll­ständi­gen Abdeck­ung der bere­its angemelde­ten METAV-Aussteller nicht abrück­en mussten.

Rechtzeit­ig vor Wei­h­nacht­en wird den Ausstellern der METAV 2020 nun ein Wei­h­nachts­gruß zuge­hen: ein Foto ihres eige­nen Stand­plätzchens, mit dem Kun­den, Mitar­beit­er und Fre­unde auf den jew­eili­gen Social Media Plat­tfor­men auf die besinnlichen Tage sowie die METAV 2020 einges­timmt wer­den kön­nen. Wie bere­its bei der EMO Han­nover wird unser Team dafür sor­gen, dass alle Posts mit einem Link auf die METAV-Accounts geliket und geteilt wer­den.

Übri­gens: Mit Gebäck wird es auch auf der METAV weit­erge­hen. Denn am Don­ner­stagabend, 12. März 2020, wird die „sin­gende Nussecke“ Guil­do Horn den METAV-Net­zw­erk­abend rock­en! Die Tick­ets sind lim­i­tiert und kön­nen nur von Ausstellern erwor­ben wer­den. Laden Sie Ihre Kun­den ein zur Messep­a­r­ty des Jahres und feiern Sie mit uns 40 Jahre METAV!

Team: Vibeke Hoff­mann, Götz Görisch, Susan­na Her­bert, Karen Schütz, Oliv­er Schnei­der, Dr. Ste­fan Schwa­neck
Text: Dr. Ste­fan Schwa­neck

Fotos: Oliv­er Schnei­der, Dr. Ste­fan Schwa­neck

 

Standplätzchen Foto: Stefan Schwaneck

 


Neues zur Fertigung von Präzisionswerkzeugen METAV 2020 zeigt: Messtechnik und neue Technologien haben eine Schlüsselfunktion in der Prozesskette der Werkzeugherstellung

Die Werkzeugfer­ti­gung stellt höch­ste Ansprüche an Präzi­sion und Qual­ität. Neben kon­ven­tionellen Ver­fahren zur Her­stel­lung kom­men zunehmend neue Tech­nolo­gien zum Ein­satz, wie etwa die laserun­ter­stützte Fer­ti­gung für die Fein­struk­turierung von Design- und Funk­tion­sober­flächen oder addi­tive Ver­fahren. Auf was es bei der Fer­ti­gung von Präzi­sion­swerkzeu­gen ankommt, zeigen Aussteller auf der METAV 2020 vom 10. bis 13. März in Düs­sel­dorf. 

Durch den Einsatz additiver Verfahren hat Mapal die Temperaturbeständigkeit und Geometrie des Hydrodehnspannfutters deutlich optimiert.  Foto: Mapal
Durch den Ein­satz addi­tiv­er Ver­fahren hat Mapal die Tem­per­aturbeständigkeit und Geome­trie des Hydrodehnspan­n­fut­ters deut­lich opti­miert.
Foto: Mapal

Werkzeuge müssen die jew­eilige Bear­beitungsauf­gabe mit höch­ster Pro­duk­tiv­ität und in gefordert­er Qual­ität erfüllen. „Beson­dere Her­aus­forderun­gen für die Fer­ti­gung ergeben sich bei speziell anzufer­ti­gen­den Son­der­w­erkzeu­gen, wie spez­i­fisch angepasste Stufen- oder Fein­bohrw­erkzeuge. Bei diesen Werkzeu­gen ist häu­fig entschei­dend, wie schnell sie real­isiert wer­den kön­nen“, sagt Prof. Dirk Bier­mann, Leit­er des Insti­tuts für Spanende Fer­ti­gung (ISF) der Tech­nis­chen Uni­ver­sität Dort­mund. Ger­ade in diesem Bere­ich hät­ten führende Werkzeugher­steller in der jün­geren Ver­gan­gen­heit enorme Fortschritte erzielt, um den Forderun­gen nach immer kürz­eren Lieferzeit­en für Son­der­w­erkzeuge gerecht zu wer­den. Dabei biete unter anderem die addi­tive Fer­ti­gung viele Vorteile. „Darüber hin­aus sind gezielte Entwick­lun­gen von großer Bedeu­tung, zum Beispiel in Form ein­er geeigneten Schnei­d­kan­ten­prä­pa­ra­tion oder Schicht­nach­be­hand­lung. Ziel ist dabei, die Präzi­sion­swerkzeuge ger­ade für die Bear­beitung von anspruchsvollen Höch­stleis­tungswerk­stof­fen richtig auszule­gen“, nen­nt Bier­mann einen weit­eren Aspekt.

Thomas Feile, Ver­suchsin­ge­nieur bei der Mapal Dr. Kress KG sagt: „Natür­lich bedarf es bei der Fer­ti­gung von µm-genauen Werkzeu­gen eines mod­er­nen Maschi­nen­parks und hochqual­i­fiziert­er Mitar­beit­er, unter anderem beim Schleifen der Werkzeuge.“ Ein weit­er­er für den Präzi­sion­swerkzeugher­steller sehr wichtiger Punkt ist die Durchgängigkeit der Dat­en und damit der prozess­sichere Aus­tausch von Dateien und Infor­ma­tio­nen, beispiel­sweise aus der Kon­struk­tion, der Arbeitsvor­bere­itung und aus der Fer­ti­gung.

Messtech­nik hat Schlüs­sel­funk­tion für die Werkzeugher­stel­lung

In der Mapal-Fer­ti­gung spielt die Messtech­nik vor allem bei der Prü­fung von funk­tion­srel­e­van­ten Merk­malen eine entschei­dende Rolle. „Wir prüfen unter anderem die Durchmess­er, die Schlif­fqual­itäten, die Schnei­d­kan­ten­ver­run­dung sowie die Mikro- und Makro­ge­ome­trien. Und nicht nur bei der Fer­ti­gung unser­er Werkzeuge ist die Messtech­nik ein entschei­den­der Fak­tor, auch für den Werkzeugein­satz beim Kun­den. Deshalb sind Mess- und Ein­stell­geräte Teil unseres Port­fo­lios. Damit die Kun­den Werkzeuge µm-genau ein­stellen kön­nen“, erläutert Ver­suchsin­ge­nieur Feile. „Werkzeuge benöti­gen heutzu­tage in der Regel eine spezielle Mikro­gestalt der Schnei­d­kan­ten, um beson­ders leis­tungs­fähig zu sein. Darum müssen ger­ade für die genaue Analyse und quan­ti­ta­tive Bes­tim­mung der unter­schiedlichen Aspek­te der Schnei­d­kan­ten­mikro­gestalt geeignete Messsys­teme und Auswertes­trate­gien einge­set­zt wer­den“, ergänzt Bier­mann, der auch Mit­glied der WGP (Wis­senschaftlichen Gesellschaft für Pro­duk­tion­stech­nik) ist.

Analyse der Prozess­kette zur Sicherung der Ober­flächen­qual­ität

Ein weit­er­er Aspekt, der bei der Werkzeugfer­ti­gung eine tra­gende Rolle spielt, ist die Ober­flächen­qual­ität. Je nach Anforderung an die Werkzeuge set­zt zum Beispiel Mapal ver­schiedene Ver­fahren, wie Schleifen, Honen und Gleitschleifen sowie Polieren bei der Fin­ish­bear­beitung ein. „Die Her­aus­forderung ist die Auswahl der richti­gen Para­me­ter, etwa bei den Schleif­scheiben, für das zu bear­bei­t­ende Mate­r­i­al. Die Span­nuten von Werkzeu­gen aus Voll­hart­met­all wer­den beispiel­sweise poliert. Das Unternehmen unter­schei­det sechs unter­schiedliche Genauigkeitsstufen bei Voll­hart­met­all­w­erkzeu­gen, die mit unter­schiedlichen Ver­fahren hergestellt wer­den – von geschlif­f­en über feinst geschlichtet bis hin zu feinst poliert“, beschreibt Feile die Herange­hensweise von Mapal.

In Bezug auf die Wirk­flächen an Präzi­sion­swerkzeu­gen ist das Polier­schleifen grund­sät­zlich geeignet. Ger­ade bei Bohrw­erkzeu­gen ist eine sehr gute Ober­fläche der Span­nuten wichtig, um ins­beson­dere bei der Fer­ti­gung von tiefen Bohrun­gen einen sicheren Späne­ab­trans­port auch bei hohen Schnitt­dat­en und anspruchsvollen Werk­stück­stof­fen zu gewährleis­ten“, erk­lärt Bier­mann. Das ISF hat in einem AiF-Forschung­spro­jekt (Arbeits­ge­mein­schaft indus­trieller Forschungsvere­ini­gun­gen „Otto von Guer­icke“ e.V.) gemein­sam mit namhaften Indus­trie­un­ternehmen Unter­suchun­gen durchge­führt, um den ziel­gerichteten Ein­satz hin­sichtlich Schleif­scheibenauswahl, Abrichtbe­din­gun­gen und Prozess­pa­ra­me­ter zu verbessern. Über seine Forschungsar­beit­en berichtet das Insti­tut auf der METAV.

Der Ver­trieb­sleit­er der Zecha Hart­met­all-Werkzeug­fab­rika­tion GmbH in Königs­bach-Stein, Arndt Fie­len, betont: „Best­mögliche Ober­flächen­qual­itäten erre­icht man durch die genaue und spez­i­fis­che Analyse der gesamten Prozess­kette in der eige­nen Fer­ti­gung und beim Kun­den, wenn es um das Bauteil auf sein­er Mas­chine geht.“ Daneben sei es wichtig, Details zu hin­ter­fra­gen und nöti­gen­falls beste­hende Prozesse zu verän­dern, um sie zu opti­mieren. Wenn beispiel­sweise bei der Bear­beitung von bleifreien Mate­ri­alien laufende Pro­duk­tion­sprozesse umgestellt wer­den, sind oft Son­der­w­erkzeuge gefragt, bei denen es auf Details ankommt, die über „geht oder geht nicht“ entschei­den. Passt etwa der Schnei­d­kan­ten­ra­dius zum Vorschub pro Zahn? Sind die Winkel am Werkzeug auf die Zähigkeit des Mate­ri­als abges­timmt, um die Ober­flächen und den Span­bruch zu opti­mieren oder muss für das Ver­mei­den von Schwingun­gen über eine neue Möglichkeit der Werkzeugspan­nung nachgedacht wer­den? „Wir gener­ieren mit dem Kun­den oft­mals mehrere Vari­anten der zu tes­ten­den Werkzeuge, um sich­er zu stellen, dass man das wirtschaftlich­ste Ergeb­nis erzielt“, berichtet Fie­len.

Mit neuen Lösungsan­sätzen die Leis­tungs­fähigkeit erweit­ern

Ein weit­eres zen­trales The­ma in der Werkzeugfer­ti­gung sind inno­v­a­tive Tech­nolo­gien. „Wir möcht­en für unsere Kun­den das best­mögliche Pro­dukt fer­ti­gen. Deshalb set­zen wir auch auf neue Lösun­gen“, sagt Thomas Feile. „Ein Beispiel dafür ist die addi­tive Fer­ti­gung, mit der wir unter anderem unsere Hydrodehnspan­n­fut­ter hin­sichtlich Tem­per­aturbeständigkeit und Geome­trie erhe­blich opti­miert haben.“

Um das Werkzeug­man­age­ment durchgängig und trans­par­ent zu hand­haben, hat Mapal zudem mit c‑COM eine eigene Open-Cloud-Plat­tform entwick­elt. Darauf wer­den die notwendi­gen Dat­en für eine dig­i­tal­isierte Indus­trie bere­it­gestellt. Die Plat­tform ver­net­zt die Unternehmen ent­lang der Liefer­kette und reduziert laut Ver­suchsin­ge­nieur Feile den Aufwand und die Kosten für alle Beteiligten. Gle­ichzeit­ig ermögliche die Lösung auch mit Blick auf die Her­stel­lung von Präzi­sion­swerkzeu­gen eine unternehmensweite, vorauss­chauende Pla­nung und eine fir­menüber­greifende Kol­lab­o­ra­tion. Vor diesem Hin­ter­grund wird Mapal zur METAV auf dem VDMA-Span­ntech­nikfo­rum das The­ma „Kom­mu­nika­tion zwis­chen Mas­chine und Werkzeug – Dig­i­tal­isierung” detail­liert beleucht­en.

Durch ständi­ges Opti­mieren und Investieren in die eige­nen Fer­ti­gungska­paz­itäten und Werkzeugtech­nolo­gien gener­ieren wir immer neue Möglichkeit­en, den Kun­den­nutzen zu steigern. Ein Beispiel dafür ist eine High-End-Werkzeuglin­ie, die mit ihrer laser­bear­beit­eten dia­mantbeschichteten Schnei­d­kante eine Möglichkeit bietet, auch bleifreie oder schw­er zerspan­bare NE-Mate­ri­alien wirtschaftlich zu bear­beit­en“, nen­nt Arndt Fie­len neue Lösungsan­sätze von Zecha. Auf der METAV wird das Unternehmen Neuen­twick­lun­gen im Bere­ich der Mikroz­erspanungswerkzeuge präsen­tieren. „Unter anderem sind das unsere High-End-Werkzeugse­rien zur Bear­beitung schw­er zerspanen­der NE-Werk­stoffe und zum Hart­fräsen im Werkzeug und For­men­bau“, gibt Fie­len einen Aus­blick.

Das Dort­munder ISF bietet eben­falls diverse Möglichkeit­en zur Prozessen­twick­lung, um die Fer­ti­gung von Präzi­sion­swerkzeu­gen opti­mal auf den jew­eili­gen Anwen­dungs­fall abstim­men zu kön­nen. „Indus­trie­un­ternehmen unter­stützen wir gern bei der eige­nen Entwick­lung, sowohl mit unserem fach­lichen Know-how als auch mit speziellen Analy­segeräten sowie Maschi­nen und Anla­gen. Diese sind teil­weise einzi­gar­tig, um gezielt Details an Präzi­sion­swerkzeu­gen für die jew­eilige Anwen­dung opti­mieren zu kön­nen“, beschreibt Prof. Bier­mann das Poten­zial des ISF für neue Werkzeu­gen­twick­lun­gen. Neben diversen Prä­pa­ra­tions­meth­o­d­en sind am ISF spezielle Ein­rich­tun­gen zur grundle­gen­den Analyse der Span­bil­dungsvorgänge mit mod­i­fizierten Werkzeu­gen ver­füg­bar sowie zur Mate­ri­alcharak­ter­isierung unter Bedin­gun­gen, die der Zerspanung sehr nahe kom­men. Des Weit­eren wer­den am ISF aktuell Entwick­lun­gen durchge­führt, um mit­tels addi­tiv­er Fer­ti­gung Werkzeughal­ter mit verbesserten Dämp­fung­seigen­schaften her­stellen zu kön­nen. Die Wis­senschaftler des Insti­tuts arbeit­en zudem an Lösun­gen, die helfen sollen, die unter­schiedlichen und häu­fig sehr anspruchsvollen Zusam­men­hänge durch Sim­u­la­tion bess­er zu durch­drin­gen und so eine zielführende Werkzeu­gen­twick­lung zu unter­stützen.

Kas­ten­text: Span­n­mit­tel-Forum auf der METAV 2020

Unter dem Titel „Span­ntech­nik – Lösun­gen für Mega­trends“ ver­anstal­tet VDMA Präzi­sion­swerkzeuge am 11. März zum 4. Mal das Forum Span­ntech­nik. Mit zahlre­ichen Vorträ­gen informiert das Forum darüber, mit welchen Lösun­gen die Span­ntech­nik dazu beiträgt, dass ihre Kun­den die Her­aus­forderun­gen durch Megath­e­men wie z.B. smarte Fer­ti­gung, Cloud-Plat­tfor­men, addi­tive Fer­ti­gung, alter­na­tive Antrieb­skonzepte, Dig­i­tal­isierung etc. erfol­gre­ich meis­tern. Im Fokus der Vorträge ste­hen inno­v­a­tive Werk­stück- und Werkzeugspan­ntech­nik sowie neueste Erken­nt­nisse aus der Forschung. Infos und Anmel­dung unter: https://pwz.vdma.org/kalender/-/event/view/53963

Kas­ten­text Ende

Umfang: rund 9.814 Zeichen inkl. Leerze­ichen)

Autorin: Annedore Bose-Munde, Fachjour­nal­istin aus Erfurt, im Auf­trag des VDMA Präzi­sion­swerkzeuge


OPC UA erleichtert Messtechnikern das Leben — METAV 2020 veranschaulicht Einbindung der Längenmesstechnik in die digitalisierte Metallbearbeitung

Der her­stellerun­ab­hängige Kom­mu­nika­tion­s­stan­dard OPC UA (Open Plat­form Com­mu­ni­ca­tions Uni­fied Archi­tec­ture) verze­ich­net zurzeit einen ras­an­ten Zuwachs, weil die offene Plat­tform unter anderem die Inte­gra­tion neuer Maschi­nen und Geräte inner­halb der Pro­duk­tion entschei­dend erle­ichtert. Für die Län­gen­messtech­nik erar­beit­et der VDMA dazu aktuell entsprechende domä­nen­spez­i­fis­che Infor­ma­tion­s­mod­elle („Com­pan­ion Spec­i­fi­ca­tions“). Auf der METAV 2020 vom 10. bis zum 13. März erhal­ten Fachbe­such­er Infor­ma­tio­nen renom­miert­er Messtech­nikher­steller aus erster Hand.

Der Kommunikations- und Schnittstellenstandard OPC UA ist ein vielversprechender Ansatz, um den Integrationsaufwand von Messtechniklösungen innerhalb der Fertigung deutlich zu verringern. Foto: Carl Zeiss Industrielle Messtechnik
Der Kom­mu­nika­tions- und Schnittstel­len­stan­dard OPC UA ist ein vielver­sprechen­der Ansatz, um den Inte­gra­tionsaufwand von Messtech­niklö­sun­gen inner­halb der Fer­ti­gung deut­lich zu ver­ringern.
Foto: Carl Zeiss Indus­trielle Messtech­nik

Die Län­gen­messtech­nik war lange Jahre in sep­a­rat­en kli­ma­tisierten Mess­räu­men vorzufind­en und recht sel­ten stan­dar­d­isiert mit anderen Maschi­nen und Soft­ware-Pro­duk­ten der Fab­rik ver­net­zt. Mit Indus­trie 4.0 ändert sich das. Durch frühzeit­iges Messen im Prozess (Inline-Mes­sung) mit Por­talmess­geräten und dank der Kom­mu­nika­tion von Messergeb­nis­sen oder Kor­rek­tur­w­erten an Werkzeug­maschi­nen kön­nen die Abläufe inner­halb der Fab­rik ein­schließlich Qual­itätssicherung opti­miert und die Pro­duk­tiv­ität der Kun­den sig­nifikant gesteigert wer­den. „Der­ar­tige Closed-Loop-Ver­net­zun­gen lösen wir heute in aller Regel neben File­trans­fer über pro­pri­etäre Schnittstellen und vielzäh­lige klas­sis­che Pro­tokolle der Feld- und Steuerungsebene“, erk­lärt Tobias Ischen, Prod­uct Man­ag­er Automa­tion IT bei Carl Zeiss Indus­tri­al Qual­i­ty Solu­tions. Diese Lösun­gen enthal­ten oft nur Infor­ma­tio­nen über das „Wie“, d.h. über die Tech­nolo­gie, mit der die Datenüber­tra­gung zu erfol­gen hat. Unklar bleibt jedoch das „Was“, also was die Dat­en bedeuten: Vari­ablen mit seman­tis­ch­er Beschrei­bung. Meist ist es auch sehr kosten­in­ten­siv, dieses wertvolle Wis­sen zu erhal­ten (tech­nisch, doku­men­tarisch?). „OPC UA wird hin­sichtlich der Reduk­tion des Inte­gra­tionsaufwan­des bei der Ver­net­zung durch Com­pan­ion Spec­i­fi­ca­tions zumin­d­est für neue Fer­ti­gungsstät­ten der vielver­sprechend­ste Lösungsansatz sein. Damit kön­nen wir uns kün­ftig stärk­er auf die Umset­zung von automa­tisierten Messprozessen und Mehrw­ert stif­ten­den messtech­nis­chen Anwen­dun­gen fokussieren, weil die Sisy­phusar­beit der Schnittstel­len­pro­gram­mierung ein­schließlich Pflege größ­ten­teils ent­fällt.“

METAV-Aussteller Carl Zeiss Indus­trielle Messtech­nik aus Oberkochen ver­ste­ht sich ins­beson­dere auch als Soft­ware- und Lösungsan­bi­eter. OPC UA wird die Ver­net­zung mit Fremd­soft­ware und Plat­tfor­men (Man­u­fac­tur­ing Exe­cu­tion Sys­tem, MES, oder Cloud) und mit Pro­duk­ten des Shopfloors wie spe­icher­pro­gram­mier­baren Steuerun­gen (SPS) und Periph­eriegeräten, etwa RFID-Sys­teme, vere­in­fachen. „Darüber hin­aus erle­ichtert es uns als MESAn­bi­eter, beispiel­sweise Dat­en aus dem Maschi­nen­park des Kun­den zur OEE­Berech­nung einzusam­meln“, so Ischen. Damit wer­den die Pro­duk­tion­s­abläufe trans­par­enter und eröff­nen dem Kun­den zahlre­iche Chan­cen, den Fer­ti­gung­sprozess hin­sichtlich Pro­duk­tiv­ität, Qual­ität und Rentabil­ität zu verbessern. Zudem erhält mit OPC UA die IT-Secu­ri­ty Einzug im Shopfloor.

Mit Stan­dards den Aufwand ver­ringern

Der offene Schnittstel­len­stan­dard OPC UA stellt im Kon­text von Indus­trie 4.0 eine Schlüs­sel­tech­nolo­gie für den her­stellerun­ab­hängi­gen Aus­tausch von Dat­en dar. Durch die Spez­i­fika­tion der tech­nis­chen Datenüber­tra­gung und die Beschrei­bung der Datense­man­tik in „Infor­ma­tion­s­mod­ellen“ fördert es die Inter­op­er­abil­ität und bildet fol­glich die Grund­lage für die tech­nis­che Kom­mu­nika­tion gemäß Indus­trie 4.0‑Referenzarchitekturen und Umset­zungsempfehlun­gen. „Auf Basis der OPC UA-Spez­i­fika­tion entste­hen derzeit eine Vielzahl an domä­nen­spez­i­fis­chen Infor­ma­tion­s­mod­ellen, so genan­nten OPC UA Com­pan­ion Spec­i­fi­ca­tions“, so Dr. Armin Lech­ler, stel­lvertre­tender Insti­tut­sleit­er des ISW an der Uni­ver­sität Stuttgart. „Diese beschreiben die benötigten Infor­ma­tio­nen inner­halb ein­er Domäne, beispiel­sweise der Län­gen­messtech­nik.“ Das bringt Vorteile sowohl für die Anbi­eter als auch die Anwen­der. „Wie bei vie­len The­men ste­ht bei der Vere­in­heitlichung von Kom­mu­nika­tion­ss­chnittstellen die Reduzierung von Kosten im Vorder­grund. Auch in der Län­gen­messtech­nik wird wegen pro­pri­etär­er Lösun­gen viel Engi­neer­ings- und Anpas­sungsaufwand geleis­tet“, weiß Lech­ler. Eine vere­in­heitlichte Schnittstelle erlaubt eine schnellere Real­isierung kun­denin­di­vidu­eller Pro­jek­te. Die Anbindung an andere Maschi­nen oder über­ge­ord­nete Steuerungs- und Pla­nungssys­teme würde sich deut­lich vere­in­fachen. „Hinzu kommt, dass eine Schnittstelle kein Alle­in­stel­lungsmerk­mal darstellt. Die Dat­en liegen heute bei allen Her­stellern schon in der ein oder anderen Form vor – nur eben nicht ein­heitlich“, bringt Lech­ler die aktuelle Lage auf den Punkt. „Auf­grund der zahlre­ichen Aktiv­itäten zu Com­pan­ion-Stan­dards und der zunehmenden Ver­bre­itung von OPC UA im All­ge­meinen sehe ich die Entwick­lun­gen für die Zukun­ft pos­i­tiv. Viele Pro­jek­te scheit­ern aktuell noch an der indus­triellen Umset­zung, da pro­pri­etäre Schnittstellen oft nicht wirtschaftlich nutzbar sind.“

Mit OPC UA zu weniger Auss­chuss

OPC UA bietet die Möglichkeit, unser Wis­sen aus dem Mess­ablauf mit anderen Prozess­beteiligten zu teilen. Das verkürzt im Closed Loop Reak­tion­szeit­en bei Abwe­ichun­gen und spart unseren Kun­den viel Zeit und Geld“, erk­lärt Prof. Heiko Wen­zel, CDO der Wen­zel Group, Wiesthal. „Unsere Koor­di­naten­mess­maschi­nen kom­men neben ihrer Anwen­dung im Mess­raum zunehmend fer­ti­gungsnah zum Ein­satz. Dabei prüfen wir nicht nur die Teile selb­st, son­dern erhal­ten klare Ein­blicke in Fer­ti­gungs­be­din­gun­gen, wie Vibra­tion, Tem­per­atur etc., die unsere Messergeb­nisse bee­in­flussen. Das Sam­meln dieser Dat­en und die Analyse erfol­gt bish­er pro­pri­etär und kann daher erst ein­mal nur im eige­nen Umfeld aus­gew­ertet wer­den. Hier bietet OPC UA her­vor­ra­gende Chan­cen, das Wis­sen mit und von anderen Maschi­nen zu teilen, um damit deut­lich schnellere präzis­ere Rück­mel­dun­gen zu geben.“ Kun­den prof­i­tieren davon, dass die Analy­seergeb­nisse – für weniger Fehlteile – direkt in eine über­greifende Überwachung und Steuerung der Pro­duk­tion ein­fließen kön­nen.

Zum 40-jähri­gen Jubiläum der METAV ist auch Wen­zel wieder als Aussteller mit von der Par­tie. In der Qual­i­ty Area wer­den neueste Entwick­lun­gen bei der Koor­di­naten­messtech­nik und Com­put­er­to­mo­gra­phie sowie beim optis­chen High Speed Scan­ning gezeigt. Schw­er­punkt ist die Inte­gra­tion in flex­i­ble Fer­ti­gung­sprozesse und die Sich­er­stel­lung der Pro­duk­tion­squal­ität durch zeit­na­he Prozessüberwachung. „Geschwindigkeit bei der Stan­dar­d­isierung ist aktuell wichtiger als Per­fek­tion, son­st wer­den die Stan­dards in anderen Branchen und Regio­nen gemacht, und wir müssen denen fol­gen“, so Wen­zel. „Wir sehen schon, dass sich hier beispiel­sweise IT-Unternehmen oder Automa­tisier­er – mit anderen Schw­er­punk­ten und Erwartun­gen – posi­tion­ieren wollen. Daher ist es wichtig, dass wir nicht so sehr auf Einzelin­ter­essen acht­en, son­dern rasch gemein­same, wenn auch kleine Nen­ner find­en.“
Erstellt von: daxTR.de
(Umfang: ca.6000 Zeichen inkl. Leerze­ichen)

 


Für effizientere Produktion über den Tellerrand schauen — WGP übergibt Otto Kienzle-Gedenkmünze an Dr. Ivan Iovkov

Der Nach­wuchs­forsch­er Dr. Ivan Iovkov hat gestern die renom­mierte Otto-Kien­zle-Gedenkmünze der Wis­senschaftlichen Gesellschaft für Pro­duk­tion­stech­nik ent­ge­gengenom­men. Im Rah­men des Jahreskon­gress­es über­re­ichte das WGP-Prä­sid­i­umsmit­glied, Prof. Peter Nyhuis, dem Aus­nah­mewis­senschaftler die Ausze­ich­nung: „Mit seinem wis­senschaftlichen Scharf­sinn und seinem inter­diszi­plinären Denken hat Dr. Iovkov nicht nur in sein­er Dis­ser­ta­tion neue Wege für die zerspanende Pro­duk­tion aufgezeigt. Er hat schon während seines Studi­ums inno­v­a­tive Meth­o­d­en für eine effizien­tere Pro­duk­tion entwick­elt, die bere­its inter­na­tion­al Gehör und Ein­gang in die Indus­trie fan­den.“ 

Übergabe Otto-Kienzle-Gedenkmünze, (v.l.n.r.): Prof. Peter Nyhuis, WGP-Präsidiumsmitglied und Leiter des Instituts für Fabrikanlagen und Logistik (IFA) der Leibniz-Universität Hannover; Dr. Ivan Iovkov, Institut für Spanende Fertigung der TU Dortmund, Quelle: Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (HSU-HH), Ulrike Schröder
Über­gabe Otto-Kien­zle-Gedenkmünze, (v.l.n.r.): Prof. Peter Nyhuis, WGP-Prä­sid­i­umsmit­glied und Leit­er des Insti­tuts für Fab­rikan­la­gen und Logis­tik (IFA) der Leib­niz-Uni­ver­sität Han­nover; Dr. Ivan Iovkov, Insti­tut für Spanende Fer­ti­gung der TU Dort­mund, Quelle: Hel­mut-Schmidt-Uni­ver­sität Ham­burg (HSU-HH), Ulrike Schröder

 

Eine effizien­tere und umwelt­fre­undlichere Pro­duk­tion ist das über­ge­ord­nete Ziel Iovkovs: „Grund­la­gen­forschung betreibe ich nur sel­ten zum Selb­stzweck. Wichtig sind für mich immer ein prak­tis­ch­er Ansatz, der uns weit­er bringt hin zur Pro­duk­tion von mor­gen – und der Blick über den Teller­rand des Zerspan­ers.“

So hat sich der heute 34-Jährige während seines Studi­ums am Insti­tut für Spanende Fer­ti­gung (ISF) der TU Dort­mund ungewöhn­lich früh erfind­erisch gezeigt. Kaum dass er zur stu­den­tis­chen Hil­f­skraft eingestellt wor­den war, entwick­elte er gemein­sam mit seinem HiWi-Vater Dr. Michael Ker­st­ing in den Jahren 2006 bis 2009 einen mag­ne­torhe­ol­o­gis­chen Tor­sion­ss­chwingungs­dämpfer. Hin­ter dem sper­ri­gen Begriff ver­steckt sich eine mit Mag­net­spulen aus­ges­tat­tete Kup­plung, in der sich Öl mit mag­netis­chen Par­tikeln befind­et. Durch Verän­derun­gen des Mag­net­feldes lässt sich die Kon­sis­tenz der Flüs­sigkeit verän­dern und damit Schwingun­gen, die ger­ade in lan­gen Werkzeu­gen beim Tief­bohren entste­hen, ver­ringern bzw. voll­ständig ver­mei­den. Dieses Pro­jekt war der Anfang ein­er Rei­he von Inno­va­tio­nen, die Iovkov entwick­elte bzw. begleit­ete.

Per­fek­te Bohrach­sen trotz reduziertem KSS

Seine Pro­mo­tion wid­mete er dem Kühlschmier­stoff (KSS) in der Zerspanung, oder bess­er gesagt neuen Meth­o­d­en, um den Ver­brauch deut­lich zu reduzieren. „Ich möchte die Trock­en­bear­beitung bzw. die Min­i­mal­men­gen­schmierung voran­brin­gen, weil sie großes Poten­zial zur Reduzierung der hohen Umwelt­be­las­tung durch den KSS haben“, betont Iovkov.

Beim Tief­bohren mit sehr lan­gen Werkzeu­gen ohne oder mit wenig KSS wird ver­mehrt Wärme ins Bauteil einge­bracht, so dass sich dieses verzieht. Infolge der Werk­stück­de­for­ma­tio­nen weicht beim Tief­bohren die resul­tierende Bohrachse in aller Regel von der ide­alen Bohrachse ab. Der Wahl-Dort­munder entwick­elte nicht nur eine Meth­ode, die Aus­maße dieser Unge­nauigkeit­en mit­tels Sim­u­la­tion vorherzusagen. Er fand auch einen Weg, die Abwe­ichun­gen von der ide­alen Achse, den soge­nan­nten Mit­ten­ver­lauf, zu kom­pen­sieren und trotz der unver­mei­dlich auftre­tenden Bauteil­verzüge die gewün­schte Bohrachse exakt einzuhal­ten. „Das erhöht Bauteilqual­ität und Sicher­heit bei gle­ichzeit­ig hohen Energie- und Kosteneinsparun­gen, weil der KSS-Ein­satz mas­siv reduziert wer­den kann. So tra­gen wir unseren Teil zu ein­er umwelt­gerechteren Pro­duk­tion bei.“ Iovkov gewann mit sein­er Dis­ser­ta­tion nicht nur den Jahrgangs­besten­preis, son­dern im Anschluss auch ein DFG-Erken­nt­nis­trans­fer-Pro­jekt. Das sorgte dafür, dass seine Meth­ode heute nicht nur von der am Forschung­spro­jekt beteiligten Daim­ler AG angewen­det wird, son­dern in die bre­it­ere Anwen­dung getra­gen wurde.

Inter­diszi­plinär und prak­tisch denken

Seine Eigenini­tia­tive brachte dem Zerspan­er schnell die Leitung der Abteilung Zerspanung am ISF ein, mit heute 15 Mitar­beit­ern, die durch ihre Find­igkeit und ihrem Engage­ment alle gemein­sam erfol­gre­ich Drittmit­tel­pro­jek­te ein­wer­ben und bear­beit­en, betont Iovkov. „Der Erfolg hängt aber auch stark mit der Per­sön­lichkeit von Ivan Iovkov zusam­men“, meint Prof. Dirk Bier­mann, Leit­er des ISF an der TU Dort­mund. „Er zeigt außergewöhn­lich­es Engage­ment für seine Mitar­beit­er und ist zu jedem Zeit­punkt hil­fs­bere­it. Offene und faire Kom­mu­nika­tion ist für ihn von großer Bedeu­tung. Das schätzen seine Mitar­beit­er sehr und motiviert sie.“ Seine Bürotür lässt der Abteilungsleit­er stets offen, selb­st wenn es mal stres­sig wird. Das ist für ihn das Sym­bol für sein offenes Ohr. Und dieses Sym­bol wurde in der gesamten Abteilung Zerspanung über­nom­men. „Alle unter­stützen sich gegen­seit­ig, wo immer es geht“, freut sich Iovkov. „Wir sind wie eine zweite Fam­i­lie und unternehmen auch pri­vat vieles gemein­sam.“

Blick über den Teller­rand

Neben seinem Faible fürs Tech­nis­che zeich­net sich Iovkov durch didak­tis­ches Tal­ent aus. Dass auch seine Form der Wis­sensver­mit­tlung motiviert, bescheini­gen ihm die Best­noten der Studieren­den. Und dafür geht er auch in der Lehre gerne neue Wege, wie etwa beim soge­nan­nten Fach­la­bor, ein­er Ein­führung in die Analyse von Pro­duk­tion­sprozessen am Beispiel der Drehbear­beitung. Auch hier blickt Iovkov über den eige­nen Teller­rand: „Es war mir ein Anliegen, die Studieren­den, in diesem Fall die ange­hen­den Wirtschaftsin­ge­nieure, abzu­holen. Deswe­gen wollte ich weg von dem klas­sis­chen Ler­nen-Abfra­gen-Konzept und habe Vier­er-Grup­pen gebildet, die sich in die Rolle ein­er Unternehmens­ber­atung ver­set­zen und uns als pro­duzieren­des Unternehmen bei ein­er konkreten Prob­lem­stel­lung unter­stützen soll­ten. Durch diese proak­tive Herange­hensweise haben wir die Lernziele sehr viel leichter erre­icht. Let­z­tendlich habe ich der Ver­anstal­tung nur eine andere Ver­pack­ung gegeben, aber das hat die Wahrnehmung bei den jun­gen Leuten deut­lich verän­dert.“

Die Gren­zen der Zerspanung über­wand der Nach­wuch­swis­senschaftler auch, als er gemein­sam mit Studieren­den einen Prüf­s­tand zur Mate­ri­al­prü­fung bei hohen Dehn­rat­en entwick­elte. „Sei­ther kön­nen wir solche Mes­sun­gen im eige­nen Haus durch­führen und damit unsere Sim­u­la­tio­nen mit ver­lässlichen Dat­en füt­tern“, berichtet Iovkov nicht ganz ohne Stolz. Das „über Gren­zen hin­weg Denken“ mag auch an der Lebens­geschichte des Nach­wuch­stal­entes liegen. Mit 18 Jahren kam der in Sofia in Bul­gar­ien geborene junge Mann aus Eigenini­tia­tive nach Deutsch­land, um hier Maschi­nen­bau zu studieren. Sein Vater – selb­st Maschi­nen­bauer – hat­te ihm ger­at­en, nach Deutsch­land zu gehen, wenn er das Handw­erk richtig ler­nen wolle. Den Rat hat Ivan Iovkov opti­mal umge­set­zt.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen:

Text und Bilder sowie zum Down­load find­en Sie im Inter­net unter https://wgp.de/de/presse/

Infor­ma­tio­nen zum Jahreskongress: https://wgp.de/de/aktivitaeten/wgp-jahreskongress/


EMO Hannover 2019 gibt Orientierung in unsicheren Zeiten Messe kann an erfolgreiche Vorveranstaltung anknüpfen

Heute schließt die EMO Han­nover 2019 nach sechs Mes­se­ta­gen ihre Tore. Vom 16. bis 21. Sep­tem­ber trafen sich rund 117.000 inter­na­tionale Pro­duk­tion­sex­perten aus 150 Län­dern zur Weltleitmesse der Met­all­bear­beitung. „Mit diesem Ergeb­nis knüpft die EMO Han­nover 2019 an das Boom­jahr 2017 an. Angesichts der gedämpften Kon­junk­tur­erwartun­gen in den ver­gan­genen Monat­en ist der mod­er­ate Besucher­rück­gang als Erfolg zu werten. Uns freut ganz beson­ders, dass der Anteil aus­ländis­ch­er Besuch­er nochmals gestiegen ist“, sagt EMO-Gen­er­alkom­mis­sar Carl Mar­tin Wel­ck­er. Die Stim­mung in den Hallen war gut. Viele Aussteller bericht­en von ein­er über­raschend hohen Besucher­fre­quenz auf ihren Stän­den. „Die EMO Han­nover hat sich ein­mal mehr als Fels in der Bran­dung erwiesen und gibt auch in unsicheren Zeit­en Ori­en­tierung für die weit­ere Entwick­lung in der Pro­duk­tion­stech­nik“, urteilt Wel­ck­er. Hohe Inter­na­tion­al­ität und Qual­ität bei Besuch­ern und Ausstellern sowie eine unge­heure Dichte an Inno­va­tio­nen und Präsen­ta­tio­nen von Pro­duk­t­neuheit­en seien ihr Marken­ze­ichen. Als Weltleitmesse der Met­all­bear­beitung ist die EMO Han­nover the place to be.

Carl Martin Welcker, EMO-Generalkommissar, (r.) und Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim EMO-Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) sind zufrieden mit dem Verlauf der EMO Hannover 2019.
Carl Mar­tin Wel­ck­er, EMO-Gen­er­alkom­mis­sar, (r.) und Dr. Wil­fried Schäfer, Geschäfts­führer beim EMO-Ver­anstal­ter VDW (Vere­in Deutsch­er Werkzeug­maschi­nen­fab­riken) sind zufrieden mit dem Ver­lauf der EMO Han­nover 2019.

 

Stim­mungs­bild het­ero­gen – Investi­tions­bere­itschaft ver­spricht wieder gutes Nachmessegeschäft 

Aussteller mit einem bre­it­en Abnehmer­spek­trum äußern sich zufrieden mit dem Ver­lauf der Messe. Dr. Wolf­gang Heur­ing, CEO Motion Con­trol der Siemens AG, Erlan­gen, beispiel­sweise sagt: „Der Besucherzus­pruch auf unserem Mess­e­s­tand in diesem Jahr war über­wälti­gend. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ver­lauf der Messe.“ Andere Fir­men mit einem höheren Anteil im Pkw-Geschäft beurteilen die Lage reserviert­er. „Wir haben dur­chaus gemerkt, dass die Fir­men wegen der all­ge­meinen Unsicher­heit zur kün­fti­gen Mark­ten­twick­lung momen­tan etwas zurück­hal­tender sind“, sagt Dr. Chris­t­ian Lang, Geschäfts­führer der Lieb­herr-Verzah­n­tech­nik in Kempten. Den­noch habe man mit den Kun­den über konkrete Pro­jek­te gesprochen, die äußerst vielver­sprechend seien. Manch ein Aussteller erwartet den his­torisch größten Par­a­dig­men­wech­sel in der Auto­mo­bilin­dus­trie, den es zu bewälti­gen gilt. Andere kon­nten Ver­hand­lun­gen mit den Fahrzeugher­stellern auf der Messe zum Abschluss brin­gen.

Zu Beginn der EMO Han­nover hat­te die Nachricht von vielfach gestrich­enen Reisekosten bei den Kun­den aufgeschreckt. Es kamen jedoch mehr Führungskräfte zur Messe als vor zwei Jahren, fast 58 Prozent. Mehr als die Hälfte der Besuch­er hat­te Investi­tion­s­ab­sicht­en. Bei den aus­ländis­chen Besuch­ern stieg dieser Anteil auf 62 Prozent. Ein Vier­tel davon hat direkt auf der Messe Aufträge vergeben oder beab­sichtigt dies noch. Ein weit­eres Fün­f­tel will nach der Messe investieren. „Wir haben viele Gespräche über ganz konkrete Bedarfs­fälle geführt. Viele Anwen­der über­legen bere­its jet­zt, worin sie investieren, um gut aufgestellt zu sein“, sagt Matthias Funk, CEO der Hedelius Ver­trieb­s­ge­sellschaft in Mep­pen.

Dabei geht es vor allem um Erweiterungs- und Ersatz­in­vesti­tio­nen in flex­i­ble Fer­ti­gung, Pro­duk­tion­s­maschi­nen, Werkzeuge und Automa­tisierung. „Wir wollen uns in erster Lin­ie informieren und dann im Nach­gang zur EMO investieren“, sagt etwa Kiyokazu Sugiya­ma von Nis­san Motor Co. Ltd. aus dem japanis­chen Yoko­hama, der sich drei Tage auf der Messe aus­führlich umschaute. Und Geb­hard Debor, Fer­ti­gungsleit­er bei Linde Hydraulics in Aschaf­fen­burg, ergänzt: „Sollte etwas dabei sein, was passt, kön­nten wir konkret ver­han­deln.“

Asi­at­en auf der EMO Han­nover stark vertreten

Als Weltleitmesse zeich­net sich die EMO Han­nover durch ihre hohe Inter­na­tion­al­ität aus. Mehr als die Hälfte der Besuch­er kam aus dem Aus­land, davon wiederum jew­eils die Hälfte aus Europa und aus Übersee. Beson­ders bemerkenswert ist der hohe Anstieg der Gäste aus Übersee um ein Fün­f­tel im Ver­gle­ich zu 2017 und speziell der hohe Anteil asi­atis­ch­er Gäste, die fast ein Drit­tel der aus­ländis­chen Besuch­er stellen. Chi­na, Japan, Tai­wan und Indi­en führen die Liste an. „Die Inter­na­tion­al­ität der EMO-Besuch­er, vor allem auch aus dem asi­atis­chen Raum, sorgten für eine geschäftige und inter­na­tionale Atmo­sphäre bei uns am Stand“, bemerkt Dr. Ste­fan Brand, Geschäfts­führer der Vollmer Werke in Bib­er­ach. Diese Entwick­lung hängt nicht zulet­zt auch mit der gestiege­nen Anzahl asi­atis­ch­er Aussteller zusam­men, die ihre Kun­den auf die Weltleitmesse nach Han­nover mobil­isieren kon­nten. Auch Ital­ien, Polen, Schwe­den, Rus­s­land und die Türkei waren sehr gut vertreten.

Dig­i­tal­isierung und Automa­tisierung nehmen Fahrt auf

Die EMO set­zt auch in diesem Jahr wieder klare Impulse für Inno­va­tio­nen“, ist sich Lothar Horn, geschäfts­führen­der Gesellschafter der Paul Horn GmbH in Tübin­gen, sich­er. Sie erfüllt damit erneut die Erwartun­gen, als die Inno­va­tion­splat­tform für Pro­duk­tion­stech­nik die Trends für die kom­menden Jahre zu bes­tim­men. Das EMO-Mot­to Smart tech­nolo­gies dri­ving tomorrow’s pro­duc­tion! hat die Fokus­the­men der Indus­trie bere­its im Vor­feld aufgenom­men. „Die vie­len Kun­denge­spräche auf der EMO Han­nover 2019 zeigten, dass die Ori­en­tierung an der ganzheitlichen Prozess­kette inklu­sive dig­i­taler Ser­vices den rel­e­van­ten Mehrw­ert für die Kun­den schafft“, sagt etwa Chris­t­ian Thönes, Vor­standsvor­sitzen­der der DMG Mori AG, Biele­feld. Diese Ein­schätzung zieht sich quer durch alle Aussteller­bere­iche. „Auf­fal­l­end war die pos­i­tive Besucher­res­o­nanz auf unsere cloud­basierten Sim­u­la­tion­stools und das Mon­i­tor­ing Sys­tem als Indus­trie 4.0‑Anwendung“, hat Marie-Sophie Maier-Wem­ber, Geschäfts­führerin bei der Haas Schleif­maschi­nen GmbH

in Trossin­gen, beobachtet. Über­haupt waren die Schlag­worte IoT-Plat­tfor­men, Apps, dig­i­taler Zwill­ing, Kün­stliche Intel­li­genz (KI), Edge- und Cloud­com­put­ing all­ge­gen­wär­tig.

Dies zeigt deut­lich, wie viel seit der let­zten Messe vor zwei Jahren passiert ist. Speziell in Halle 9 trafen Forschung und Prax­is aufeinan­der. Die Mis­chung aus Wis­senschaft und Indus­trie zog zahlre­iche Besuch­er aus aller Welt an. „Wir haben viele neue Kon­tak­te geknüpft und in sehr vie­len Gesprächen Ideen gesam­melt, die sich hof­fentlich in Forschung­spro­jek­te umset­zen lassen“, blickt Prof. Berend Denke­na, Präsi­dent der Wis­senschaftlichen Gesellschaft für Pro­duk­tion­stech­nik (WGP) und Leit­er des Insti­tuts für Fer­ti­gung­stech­nik und Werkzeug­maschi­nen (IFW) Han­nover auf die ver­gan­genen sechs Tage zurück. „Eines ist auf jeden Fall klar gewor­den: Dig­i­tal­isierung und Automa­tisierung zeigen uns den Weg in die Zukun­ft, das zeich­net sich hier auf der EMO Han­nover ab.“

Auch erste KI-Anwen­dun­gen waren auf der Weltleitmesse zu find­en, in der Start-up-Area eben­so wie bei Vor­re­iterun­ternehmen. Nicht nur das Inter­esse an KI bzw. maschinellem Ler­nen war groß. Dass die Besuch­er der Weltleitmesse Visio­nen für die Zukun­ft suchen, zeigte sich auch in den Rah­men­ver­anstal­tun­gen und Foren. Die The­men neben KI: addi­tive Ver­fahren, Indus­trielles Inter­net der Dinge (IIoT), 5G und nicht zulet­zt OPC UA bzw. umati, die neue Stan­dard­schnittstelle zwis­chen Werkzeug­maschi­nen und über­ge­ord­neten IT-Sys­te­men. Allen voran der große umati-Show­case, der mit 110 Maschi­nen von 70 inter­na­tionalen Fir­men und Part­nern erst­mals bewiesen hat, dass die uni­verselle Schnittstelle für die Kom­mu­nika­tion der Mas­chine mit IT-Sys­te­men über alle Pro­duk­te hin­weg funk­tion­iert. Dr. Alexan­der Broos, Leit­er des umati-Pro­jek­ts, resümiert: „Die Res­o­nanz auf umati bei unseren Part­nern und bei den Kun­den ist bom­bastisch. Mit dem EMO-Auftritt ist die Mark­te­in­führung gelun­gen. Wir nehmen den Auf­trag mit nach Hause, die OPC UA Com­pan­ion Spec­i­fi­ca­tion, die als näch­stes kom­men muss, schnell­st­möglich zu liefern.“

EMO Han­nover 2019 öffnet Fen­ster zur Zukun­ft

Ent­ge­gen aller Erwartun­gen beschließen wir die EMO Han­nover 2019 mit einem pos­i­tiv­en Faz­it. Sie ist attrak­tiv für die gesamte inter­na­tionale Com­mu­ni­ty der Pro­duk­tion­stech­nik und hat sig­nal­isiert, dass nach wie vor Investi­tions­be­darf im Markt beste­ht. Ungeachtet aller poli­tis­chen Ver­w­er­fun­gen zeigt die Messe, dass die Indus­trie aktiv an den kom­menden Her­aus­forderun­gen arbeit­et und ihren Beitrag als Prob­lem­lös­er leis­ten will“, urteilt EMO-Gen­er­alkom­mis­sar Carl Mar­tin Wel­ck­er abschließend.

Die näch­ste EMO find­et in Mai­land vom 04. bis 09. Okto­ber 2021 statt.

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Aussteller- und Besuch­er­stim­men zur EMO Han­nover 2019 (PDF)